Tücken der wissenschaftlichen Arbeit

Hausarbeiten, Seminararbeiten, Abschlussarbeiten – ohne die wissenschaftliche Arbeit, lässt sich kein Studium absolvieren. Die einen tun sich leicht damit, Arbeiten zu verfassen, andere wiederum übersehen womöglich wichtige Hinweise und machen teils gravierende Fehler, die einem gute Noten oder gar den Abschluss kosten könnten. Im folgenden Text haben wir euch Tipps und Hinweise zum Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit – aber auch „gern gemachte „Fehler“ – gesammelt.

Das Plagiat

Der wohl größte Fehler, den Du beim Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit machen kannst, ist das Plagiat. Die Folgen davon können sein, dass Du deinen wissenschaftlichen Titel verlierst oder die Arbeit wiederholen musst. Doch ein Plagiat bedeutet nicht nur, eine ganze Arbeit „abzuschreiben“. Auch das absichtliche oder unabsichtliche Fehlen der Referenz zu Zitaten oder Bildquellen kann bereits als Plagiat angezeigt werden.

Es handelt sich auch hier um Diebstahl von geistigem Eigentum Anderer und ist selbstverständlich nicht zugelassen – kann sogar vor Gericht geahndet werden. In diesem Fall schützt Unwissenheit nicht vor Strafe. Auch das Wiedergeben von fremdem Wissen in eigene Worte gefasst, ohne entsprechende Kennzeichnung, fällt unter die Kategorie „Plagiat“ und wird auch als ein solches behandelt.

Das Zitat

Zitieren selbst ist für manche schon gefühlt eine Wissenschaft für sich. Eigentlich ist es aber nur wichtig, auf welchen Zitationsstil Du dich mit Deiner Betreuerin oder Deinem Betreuer geeinigt hast und diese gilt es rigoros durchzuziehen. Es muss nur noch unterschieden werden zwischen direktem Zitat und indirektem Zitat – also dem Wiederholen der exakten Worte und dem Widergeben mit eigenen Worten – und schon sollte das Zitieren nicht mehr zum Problem werden. Es ist eben wichtig auch sinngemäß widerholte Inhalte zu kennzeichnen und einem Zitationsstil treu zu bleiben. Wer sich hierbei technische Hilfe holen möchte, kann ein Zitationsprogramm verwenden – wie das häufig verwendete Citavi. Hiermit lässt sich sogar am Ende ein akkurates Literaturverzeichnis erstellen.

Der Eigentextanteil

Eine Arbeit lässt sich natürlich leicht mit Text füllen. Das heißt aber noch lange nicht, dass das automatisch zu einer guten Note führt. Der Eigentextanteil einer wissenschaftlichen Arbeit sollte schon deutlich überwiegen. Das Füllen mit lang ausgedehnten Theorie- und Methodikteilen ist im Normalfall nicht zulässig. Um diese Teile der Arbeit lebendig zu halten, ist es ratsam sich in der Beschreibung einer Theorie oder der Methodik immer wieder auf das Thema der Arbeit zu beziehen, Beispiele zu nennen und auf diesem Weg auch dort eigene Elemente einzubringen. Den größten Teil der Arbeit sollten aber schon die eigenen Hypothesen, Konzepte oder Ergebnisse ausmachen. Je nach Fachrichtung lässt sich das leichter oder schwerer einrichten. Unterstützung im Ausformulieren eigener Ansätze bietet euch auch die Absolventen Schmiede. Kontaktiert uns dafür gerne.

Die Literatur

Ein großer Baustein einer gelungenen Abschlussarbeit lautet: Literatur. Neben Primärliteratur solltest Du unbedingt auch ein Augenmerk auf gute, ausgewählte Sekundärliteratur werfen. Wichtig ist jedoch: Die Wahl von unseriöser oder schlichtweg der falschen Literatur kann dazu führen, dass man sein Thema verfehlt oder entsprechend schlecht bewertet wird. Wikipedia ist zum Beispiel keine seriöse Quelle, genauso wenig, wie Inhalte aus pseudowissenschaftlichen Foren. Es sei denn natürlich, Du verfasst Deine Arbeit über genannte Medien. Grundsätzlich solltest Du dich aber stets an wissenschaftlich anerkannte Literatur halten. Diese muss übrigens nicht immer in Papierform existieren. Auch Literatur auf anerkannten, wissenschaftlichen Onlineplattformen ist natürlich zugelassen. Im Zweifelsfall lässt sich Deine Unsicherheit sicherlich auch durch eine kurze Rücksprache mit Deiner Betreuerin oder Deinem Betreuer klären.

Die Sprache

Die Bewertung Deiner Arbeit steht und fällt auch durch die Lesbarkeit, die Ausdrucksweise und die Rechtschreibung. Deswegen musst Du unbedingt darauf achten, keine Umgangssprache zu verwenden und Dich an einen seriösen und gut lesbaren Sprachstil zu halten. Selbstverständlich solltest Du auch Kraftausdrücke oder sich ständig wiederholende Füllwörter vermeiden. Um sicher zu gehen, dass Deine Arbeit keine Rechtschreib-, Grammatik- oder Interpunktionsfehler enthält, solltest Du sie nicht nur selbst in einem ruhigen und konzentrierten Moment korrekturlesen, sondern diese Aufgabe zusätzlich an mindestens zwei weitere Personen delegieren. Es ist zum Beispiel empfehlenswert eine Person damit zu beauftragen mit fachlichem Fokus auf die Arbeit zu blicken und die andere Person bitten, den Text eher im Bereich Rechtschreibung und Grammatik zu verstehen. Wenn Du diese Aufgabe im Ganzen jedoch in professionelle Hände geben willst, kannst Du Deine Abschlussarbeit auch vom Lektorat der Absolventen Schmiede optimieren lassen.

Wenn Deutsch nicht Deine Muttersprache ist, Du Deine Arbeit aber auf Deutsch verfassen möchtest oder musst, sind wir auch besonders spezialisiert darauf, Deine Arbeit „ins Reine“ zu schreiben. Es wäre schade, wenn eine inhaltlich hervorragende Arbeit in ihrer Bewertung an der Hürde Sprache und Rechtschreibung scheitert.

Der rote Faden

Dann wäre da noch der berühmte rote Faden. Eine Arbeit, in dem keine klare Struktur oder logische Abfolge erkennbar ist, ist nicht nur sehr frustrierend zu lesen sondern auch wahrscheinlich nicht dafür prädestiniert gut bewertet zu werden. Ein gutes Hilfsmittel, für eine klare Struktur Deiner Abschlussarbeit, ist eine gute Gliederung. Diese solltest Du übrigens nicht erst am Ende Deiner Arbeit verfassen – sie sollte vielmehr schon vor dem Verfassen stehen. Natürlich bleibt die Gliederung ein dynamisches Instrument, das sich während dem Schreibprozess stetig verändern kann, doch sollte ein Grundgerüst schon zu Beginn feststehen. Zur Vorbereitung dafür eignet sich auch das Erstellen einer Mindmap, die Du dann logisch sortiert kategorisieren kannst, um zu einer guten Gliederung zu gelangen. Die Gliederung ist dann quasi Dein roter Faden, an dem Du Dich orientieren solltest. Doch auch innerhalb der einzelnen Abschnitte muss stets eine logische Abfolge des Geschilderten sichtbar bleiben.

Die Optik

Eine Abschlussarbeit kann noch so gut verfasst sein – wenn die äußere Form nicht den Vorgaben entspricht, oder keinen guten Eindruck macht, kann man davon ausgehen, dass sich das leider in der Bewertung niederschlagen wird. Daher solltest Du Dich am Ende nochmal mit der Form Deiner Arbeit beschäftigen. Hast Du alle vorgegebenen Vorschriften berücksichtigt (Schriftgröße, Schriftart, Seitenränder, etc.)? Du solltest außerdem bei einer Schriftart und Formatierung bleiben, Schriftgrößen sollten sich lediglich bei Überschriften unterscheiden. Doch auch hier ist weniger mehr. Experimente mit ausgefallenen Schriftarten und Darstellungen, empfehlen sich zu vermeiden. Achtet auch auf die vorgegebene Seitenzahl. Diese sollte möglichst so wenig wie möglich von der Seitenzahl Deiner Arbeit abweichen. Im Zweifelsfall empfiehlt sich eine Rücksprache mit der Betreuung. Eventuell eingefügte Abbildungen oder Grafiken sollten außerdem immer in hoher Qualität und gut erkennbar für die Leser sein. Verpixelte oder unscharfe Grafiken und Bilder machen schnell einen unprofessionellen Eindruck. Vergiss nicht, dass auch potentiell zukünftige Arbeitgeber Deine Arbeit in die Hände bekommen und Dich mitunter danach beurteilen. Wir – von der Absolventen Schmiede – können Deine Arbeit übrigens auch hinsichtlich der Form beurteilen.

Über die Autorin:

Elisabeth Olden hat ihren Bachelor in Management Sozialer Innovationen an der Hochschule München gemacht und ist gelernte Mediatorin. Vor ihrem Studium war sie medizinische Fachangestellte und hat parallel Textererfahrung im Onlinebereich gesammelt. Seit 3 Jahren ist sie privat als Lektorin tätig und unterstützt Forschungsarbeiten mit Publikationen. Ihr nächster geplanter Schritt ist eine Tätigkeit als Coachin und Konfliktberaterin.

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  1. André Piepenburg - 21. November 2019 at 11:17 Reply

    Toller Beitrag, vielen lieben Dank!

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