Formuliere die Forschungsfrage Deiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit mit diesen 3 Musterfragen

Toni schluckt. Gerade hat er dem Betreuer drei Seiten Text hingelegt. Doch der wirft nur einen kurzen Blick darauf und fragt: Was ist Ihre Forschungsfrage? Toni stöhnt innerlich…

Eine ganze Woche hat er an diesen drei Seiten gesessen. Mehr als 15 Bücher liegen noch aufgeschlagen auf seinem Tisch. Sein Laptop quillt über von Onlinequellen. Und die meisten hat er noch nicht mal gesichtet. Schreiben, lesen, schreiben, lesen, umschreiben, wieder lesen… Nichts anderes hat er die letzten Tage gemacht. Und jetzt das. Toni schwant nichts Gutes… Leise sagt er: ich schau mir das noch mal an, nimmt die drei Seiten und verlässt mit hängenden Schultern die Sprechstunde…

Was für eine Panne… War die Woche Arbeit umsonst? 3 Seiten für die Katz? Was hätte Toni wohl geholfen?

Ganz einfach, die 3 Musterfragen! Hier sind die Schritte dazu.

Schritt 1: Definiere die Begriffe aus dem Thema Deiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit

Nehmen wir mal an, Toni schreibt über den Einfluss von Schokolade und Lernmotivation von Studis. Dann muss er 3 Begriffe definieren: Schokolade, Lernmotivation, Studis. Also beantwortet er diese Fragen: Was ist Schokolade? Was ist Lernmotivation? Was kennzeichnet Studierende? Natürlich hast Du in Deiner Arbeit andere Begriffe… Aber die Schrittfolge für Definitionen bleibt gleich.

Suche die Definitionen in Lehrbüchern oder wissenschaftlichen Studien oder in ISO oder DIN. Schreibe sie heraus und schreibe SOFORT die Quellenangaben dazu.

Schritt 2: Schau Dir die Muster für die Forschungsfrage oder Leitfrage einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit an

Jede wissenschaftliche Fragestellung baut auf einer der folgenden drei Musterfragen oder Grundfragen auf. Du brauchst nur einen Begriff als Aufhänger. Ich erkläre das mal mit Tonis Begriff Lernmotivation. Das sind die 3 meist gebrauchten Muster für die Forschungsfrage zum Oberthema Lernmotivation:

1. Was ist Lernmotivation oder was lässt sich über Lernmotivation sagen / schreiben?
2. Welche Beziehungen hat Lernmotivation zur Umwelt, mit anderen Merkmalen? Was beeinflusst sie?
3. Wie entwickelt sich Lernmotivation und was sind die Ursachen dafür?

Die erste Musterfrage ist eine so genannte Merkmalsanalyse oder Attribut-Analyse, die zweite ist eine Beziehungsanalyse oder Wirkungsanalyse und die dritte Musterfrage ist eine Entwicklungsanalyse.

Mit einem dieser 3 Muster findest Du die Forschungsfrage für Dein Thema.

Wichtig: Natürlich hängt die konkrete Formulierung vom Begriff ab. Probieren wir das im nächsten Schritt aus.

Schritt 3: Entwirf die Forschungsfrage für Deine Bachelorarbeit oder Masterarbeit

FacebookgruppenProbier die Musterfragen mit Deinen Begriffen aus. Formuliere mögliche Fragen und wähle dann EINE Frage für Deine Arbeit aus. Wir machen das mal für Soft Skills.
1. Was sind Soft Skills oder was lässt sich über Soft Skills sagen / schreiben?
2. Welche Beziehungen haben Soft Skills zur Umwelt, mit anderen Merkmalen? Was beeinflusst sie?
3. Wie entwickeln sich Soft Skills und was sind die Ursachen dafür?

Hat doch ganz gut gepasst.

Probiere das jetzt weiter mit Begriffen wie Finanzkrise, Arbeitslosigkeit, Migration, Motorleistung, LOHAS, Friedensgespräche, Mikrokredite, Big Data, Alkoholsucht oder eben gleich mit Deinen Fachbegriffen.

Klar sind die Formulierungen der Frage immer etwas anders. ABER: der Grundgedanke bleibt gleich. Ich schau mir entweder den Begriff für sich an (Merkmale) oder in Beziehung mit anderen Begriffen oder Objekten (Beziehungen, Wirkungen, Ursachen) oder seine dynamische Seite, die Entwicklung (Evolution).

Formuliere jetzt mit den Begriffen aus dem Thema Deiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit eine oder mehrere Fragen. keine Sorge, Dir schaut niemand zu und Du kannst sie natürlich noch schleifen.

Schritt 4: Suche mögliche Antworten auf die Forschungsfrage

Welche Frage sollte ich nehmen? Kommt auf die Umstände an, auf die Quellen, die Anforderungen des Lehrstuhls, die Methoden etc. Ein guter Anfang ist, sich die möglichen Antworten anzuschauen. Das macht die Frage fassbar.
Beispiele für Antworten für die Lernmotivation:

Muster 1: Was ist Lernmotivation oder was lässt sich über Lernmotivation sagen / schreiben?
Es gibt natürlich verschiedene Niveaus der Lernmotivation wie stark und schwach oder bezogen auf Fächer oder zeitlich limitiert oder auf Aufgaben fokussiert oder je nach Person oder Gruppe. Es kommt immer auf die untersuchten Personen an.

Muster 2: Was beeinflusst die Lernmotivation?
Da gibt es Abertausende Antworten, je nach Person… Eine Deadline, ein anderes Projekt, die Aussicht auf Erfolg, Wettbewerb mit Kommilitonen, Erwartungen von Partnern, Angst vor Degradierung oder dem Rauswurf uvm. Auch Didaktik, Themen, Dozenten, Lehrmaterial spielen eine Rolle. Die Liste ist grenzenlos. Das zeigt, dass bei dieser Frage meist sehr viel zu holen ist!

Muster 3: Wie entwickelt sich Lernmotivation und was sind die Ursachen dafür?
Da gibt es wieder Tausende Antworten, je nach Personenkreis, je nach Umgebung etc. Es gibt sicher Phasen, Auf und Ab, saisonabhängige Faktoren wie Klausurphasen, Persönlichkeitsentwicklungsphase etc. Das kann ziemlich komplex werden!

Wenn Toni eine Wahl hat, sollte er Muster 3 NICHT wählen. Eine Analyse von Beziehungen, also Muster 2, ist überschaubarer. Auf jeden Fall helfen die vorläufigen Antworten auf die Fragen bei der Entscheidung.

Schritt 5: Gib Deiner Forschungsfrage den letzten Schliff

Am Ende steht nur EINE Leitfrage. Die sollte offen sein und sprachlich rund geschliffen. Sie muss natürlich zu Deinem Thema und den erwarteten Ergebnissen passen. Das ist der finale Test.

Wie läuft nun Tonis nächste Konsultation mit dem Betreuer ab?

Am besten ist wohl, er sendet ihm erstmal per Email nur das Thema mit der Forschungsfrage und fragt an, ob er in dieser Richtung weitermachen kann. Das spart viel Schreiberei 🙂

Viel Erfolg beim Formulieren der Forschungsfrage wünschen Dir

Silvio und das Team Aristolo

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Über den Autor:

Diplom-Volkswirt, 47 Jahre alt, verh., 2 Kinder,
1988 – 1991 Studium Außenpolitik in Potsdam (Institut für Internationale Beziehungen) und in Moskau (Moskauer Staatliches Institut für Internationale Beziehungen),
1991 – 1996 Studium der VWL an der Universität Marburg und der Universidad Nacional de Córdoba/ Argentinien.
Diplom 1996.
Gründer und Leiter des Studeo Verlages (seit 2002) sowie der Studeo Repetitorien (seit 1995) und des Studeo Coachings (seit 2003).

Herr Gerlach hat für den Studeo Verlag mehrere Klausurtrainer in BWL, VWL, Mathematik und Statistik und das Handbuch Klausur geschrieben. Siehe Studeo Publikationen bei Amazon.

Herr Gerlach hat über 20 Jahre Trainings- und Lehrerfahrung als Tutor, Repetitor und persönlicher Coach für Prüfungsvorbereitung und Diplomarbeiten. Er entwickelte eine Methode, mit der man in 31 Tagen (248 Stunden) seine Abschlussarbeit schaffen kann (siehe Thesis-ABC – In 31 Tagen zum Text).

Herr Gerlach hat zusammen mit den Studeo Coaches bisher schon über 5.000 Abschlussarbeiten in verschiedenen Fächern betreut.

Was muss eine gute Schreibtechnik für wissenschaftliches Arbeiten können? – Bewertung herkömmlicher Schreibtechniken (Teil1)

Eine zuverlässige und nachhaltige Schreibtechnik ist einfach und führt Dich schnell zu gutem Text, egal ob es um eine Hausarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation geht. Schauen wir uns diese Anforderungen genauer an. (Die folgenden Inhalte stammen aus dem Buch „Schreib-ABC – Fünf Seiten pro Tag“ vom Studeo Verlag in Berlin.)

Textqualität
Eine zuverlässige und nachhaltige Schreibtechnik führt Dich zu präzisen und nachvollziehbaren Inhalten bis hin zum Ergebniskapitel, für das keine externen Quellen verfügbar sind. Sie unterstützt die differenzierte Verarbeitung von Quellen wie Studien oder Fachbüchern im Text und vermeidet das Vergessen von Quellenverweisen. Sie sichert somit die Plagiatsfreiheit und dazu auch Deinen Roten Faden.

Schnelligkeit
Eine zuverlässige und nachhaltige Schreibtechnik führt Dich schnell zu hochwertigem Text. Schnelle Erfolge motivieren, stärken Dein Selbstvertrauen und sind das beste Mittel gegen Blockaden und Schreibhemmungen.

Einfachheit
Eine zuverlässige und nachhaltige Schreibtechnik ist leicht zu erlernen und funktioniert jederzeit ohne große Vorbereitung. Sie eignet sich für Anfänger genauso wie für Fortgeschrittene und Profis.

Flexibilität
Eine zuverlässige und nachhaltige Schreibtechnik funktioniert universell für alle Arten von wissenschaftlichen Texten, für alle Fächer, alle Themen, alle Methoden und alle Kapitel. Besonders die letzten Kapitel mit der Eigenleistung fallen schwer und verlangen eine funktionierende Schreibtechnik. Bewertung gängiger Schreibtechniken
Vergleichen wir die vier Grundtechniken für wissenschaftliches Schreiben.

Erst einlesen, dann schreiben

Das Einlesen dauert meist mehrere Tage oder sogar Wochen. Diese Technik wird oft empfohlen und sieht auf den ersten Blick auch vernünftig aus. Ich muss mich ja erstmal intensiv mit den Inhalten befassen. Erst dann kann ich etwas Sinnvolles dazu schreiben. Das sogenannte Einlesen hat aber ernste Schwachstellen.
• Ich kann mir unmöglich alle relevanten Inhalte beim Lesen merken. Neue Quellen überlagern vorher gelesene Quellen. Ich muss beim Schreiben immer wieder nachlesen. Das stört den Schreibfluss.
• Ich habe am Anfang noch keinen Überblick über das Thema und kann daher nicht genau sagen, welche Quellen gut sind. Ich lese vermutlich einige schwache Quellen, die mich vom Fokus des Themas ablenken.
• Lesen ist notwendig, aber nicht hinreichend für die Durchdringung des Themas. Ich muss die Inhalte systematisch und gründlich filtern und aufarbeiten.
• Ich kann mit dieser Schreibtechnik nur die vorderen Kapitel schreiben. Sie hilft nicht bei den Kapiteln mit der Eigenleistung wie dem Ergebniskapitel und dem Fazit.

Lesen, schreiben, lesen, schreiben…

Bei dieser Technik wird eine Quelle zu einem Aspekt im Thema gelesen, relevante Inhalte werden gefiltert, zusammengefasst und in das passende Kapitel eingefügt. Dann kommt die nächste Quelle, mit dem gleichen Vorgehen. Das lässt sich auf die Formel bringen: lesen, schreiben, lesen, schreiben, lesen, schreiben… Diese Technik hat mehrere Schwachstellen.
• Der Text wirkt wie eine Aneinanderreihung von Quellen, deutlich erkennbar an den gehäuften Verweisen auf eine Quelle.
• Die Inhalte der Arbeit hängen eher von der Reihenfolge beim Lesen als von der Logik in den Kapiteln ab.
• Spätere Quellen könnten viel besser sein als die ersten Quellen. Die kommen aber erst später im Text und stören den Roten Faden. Oder sie werden vorne schnell noch “dazugepackt”… Das bedeutet Stress auf den letzten Metern.
• Die Verfügbarkeit von Quellen bestimmt die Inhalte. Ist die Bibliothek zu, wird der Text anders sein, als wenn sie offen ist.
• Ein Roter Faden ist mit dieser Technik nur schwer zu erreichen.
• Die Eigenleistung kann damit nicht geschrieben werden, weil dafür keine externen Quellen zur Verfügung stehen.

Copy&paste-Technik

Bei dieser Technik werden passend klingende Stellen aus relevant klingenden Texten in einzelne Kapitel kopiert, umformuliert und miteinander verbunden, damit der Rote Faden gesichert ist. Diese Technik wird gerne unter Zeitdruck genutzt. Sie hat deutliche Nachteile.
• Plagiatsgefahr,
• Stilbrüche,
• Logikbrüche,
• viele digitale und schwache Quellen,
• Gefahren beim Umschreiben.

Puzzle-Technik

Die vierte Technik ist Zeile für Zeile, Seite für Seite, Kapitel für Kapitel im Text zu schreiben. Dabei wird in den Quellen sorgfältig nach passenden Inhalten zum jeweiligen Satz oder Absatz gesucht, wie bei einer Puzzle-Technik. Die Inhalte werden extrahiert und umgeschrieben in den Text eingefügt. Diese Technik ist definitiv seriös, hat aber schwerwiegende Mängel.
• Sie ist langsam. Es ist mühselig, perfekt passende Aussagen zu finden, die später vermutlich von noch besseren Aussagen übertroffen werden. Manchmal gibt es auch mehrere kluge Aussagen.
• Das Verlieren im Klein-Klein ist anstrengend und nagt an der Motivation.
• Der Fokus liegt auf einzelnen Aussagen, was den inhaltlichen Zusammenhang und damit den Roten Faden gefährden kann.
• Diese Technik ist perfekt für Schreibende mit Perfektionismus-Anwandlungen und verstärkt die Schwierigkeiten, das Projekt zu Ende zu bringen.
• Die Technik führt zu Stress am Ende, weil man nach dem gründlichen Studium so einiges in den vorderen Kapiteln anders sehen könnte. Der Rote Faden kann darunter leiden.
• Auch diese Schreibtechnik hilft nicht bei den Kapiteln mit der Eigenleistung. Sie führt im Gegenteil in Versuchung, die Quellen noch mal nach verwertbaren Inhalten zu durchforsten. Damit bleibt die Eigenleistung auf der Strecke.

Folgende Tabelle zeigt die Bewertung der vier Schreibtechniken gemäß den Anforderungen.

Die Tabelle zeigt die Schwächen der vier Techniken. Besonders gegen Ende der Arbeit versagen alle und verursachen damit Stress kurz vor der Abgabe.

Und nun? Alles ganz anders machen?

Nein! Die beschriebenen Schreibtechniken haben zwar Schwächen. Aber die grundlegenden Elemente dieser Techniken (außer copy&paste) werden beim Schreiben natürlich immer gebraucht.
Dazu gehört das disziplinierte Arbeiten mit Quellen, das Zusammenfassen und Umschreiben von Inhalten, das Stellen der Funde in den Zusammenhang der eigenen Arbeit, das Arbeiten mit Inhalten usw. Diese Elemente spielen auch bei unserer neuen Schreibtechnik eine große Rolle.

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Leitfaden fürs Schreiben:

ISBN: 978-3-936875-98-0
Format: A5, 272 Seiten

39,95 € / Jetzt bestellen

Wir schauen im zweiten Teil dieses Blog-Posts auf eine Schreibtechnik, die alle Anforderungen an eine zuverlässige und nachhaltige Schreibtechnik für Hausarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation erfüllt.

Dieser Blogbeitrag stammt aus dem Schreib-ABC vom Studeo Verlag.

Über den Autor:

Silvio Gerlach „rettete” als Thesis-Coach und Diss-Coach bereits Tausende Studis und Doktoranden vor dem „Niemals fertigwerden” oder „Total scheitern”. Daraus entstanden das “Thesis-ABC – In 31 Tagen zur Bachelorarbeit oder Masterarbeit”, “In 24 h zur Hausarbeit – ohne Stress, mit Bestnote” und “In 200 Tagen zur Dissertation – Der Diss Guide”. Das neueste Buch ist das „Schreib-ABC – Fünf Seiten pro Tag für Hausarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit und Dissertation“. Silvio ist der Autor des persönlichen digitalen Guide für Hausarbeit, Thesis und Dissertation, mit Zeitplan, Gliederungsvorlagen, Schreibvorlagen, Anleitungen für jeden Schritt und digitalen Textkontrollen. Mit dem Guide schreibst Du eine Arbeit, die Dich stolz macht, Deine Lieben glücklich, Deine Betreuenden sprachlos, künftige Arbeitgeber neugierig und die Welt ein wenig klüger. Zum Guide: https://aristolo.com

Im Gespräch mit Bestseller-Autor Silvio Gerlach: „Die Art und Weise der Verarbeitung von wissenschaftlichen Studien ist immer gleich“

Heute haben wir das besondere Vergnügen, uns mit unserem Coach Silvio Gerlach zu unterhalten. Silvio hat neben einem Studium in Außenpolitik auch ein Diplom in VWL, seine Promotion über Techniken des Wissenschaftlichen Arbeitens ist sein aktuelles Ziel. Außerdem ist er Gründer und Leiter des Studeo Verlages, der Studeo Repetitorien sowie des Studeo Coachings und ganz nebenbei ist er Familienvater von zwei Kindern – ein wahres Multitalent also. Nach 20 Jahren Erfahrung in Training, Lehre sowie als Repetitor und Coach für wissenschaftliche Arbeiten, kann man ihn durchaus als fundierten Experten bezeichnen. Deswegen freuen wir uns sehr, dass er auch uns – der Absolventen-Schmiede – regelmäßig als Coach zur Verfügung steht und auch heute Zeit für uns gefunden hat.

1. Silvio, es freut uns sehr, dass Du Dir heute Zeit für unser Gespräch genommen hast, denn davon gibt es sicherlich nicht so viel. Wenn man Deine vielen Aufgabengebiete so betrachtet – wo bleibt da noch Zeit für Dich und Deine Familie?

Ich habe das große Glück, meine Arbeit zu lieben. Gerne mache ich mir den Spaß und sage zu meiner Frau, dass das für mich gar keine Arbeit ist. Sie schaut mich dann ungläubig an und wir lachen beide.
Zeit für die Familie nehme ich mir. Ich versuche das immer mit erreichtem Meilenstein zu verbinden. Dann gibt es Belohnungen wie Ausflüge oder eben Abschalten.

2. Was würdest Du gestressten Studierenden oder Absolvent*innen für eine gute Work-Life-Balance empfehlen?

Für eine gute Work-Life-Balance sollte das Studienfach auf jeden Fall Spaß machen und nah am Herzen sein. Vielleicht ist es noch nicht die passende Wahl gewesen. Wenn das unterwegs auffällt, lässt sich das noch korrigieren. Wenn das Studienfach das richtige für einen ist, schaut man auch nicht auf die Uhr.

3. Du warst ja selbst viel im Ausland – einmal in Moskau und auch in Argentinien. Was hast Du aus dieser Zeit für deine jetzige berufliche Laufbahn insbesondere mitgenommen?

An diese Zeiten erinnere ich mich gerne. Die Sprachkenntnisse haben mir beim Einstieg in meinen allerersten Job geholfen. Aber ich habe vor allem gelernt, wie die Welt auf uns in Deutschland schaut.
Für den Beruf habe ich sicher meine Selbstständigkeit entwickelt, meine Problemlösungsfähigkeiten. Schließlich muss man im Ausland alles in der Fremdsprache machen.

4. Ein Blick auf die von Dir verfassten Titel bietet wirklich eine Vielzahl an Büchern! Welches davon ist Dein persönlicher Favorit und warum?

Inzwischen ist es tatsächlich schon eine größere Zahl von Titeln. Ich kann mich schwer entscheiden, weil es ja alle meine Babys sind. Der unglaublichsten Titel ist vermutlich in 24 Stunden zu Hausarbeit. Der klingt scheinbar reißerisch. Aber dieser Ansatz ist tatsächlich fundiert, sodass eine solche Arbeit tatsächlich in dieser Zeit geschafft werden kann. Man muss nur mal auf die typische Erledigung von Hausarbeiten schauen. Viele werden die letzten paar Tage und Nächste geschrieben, auf den letzten Drücker. Mit meinem Ansatz kann man das in den ersten Tagen erledigen und hat danach die Last von den Schultern und mehr Spaß mit anderen Sachen.

Nebenbei bring der Hausarbeit Guide noch die grundlegende Methode bei, wie man mit anspruchsvollen wissenschaftlichen Studien arbeitet. Das wichtigste Buch ist das Thesis ABC, in 31 Tagen zur Bachelorarbeit oder Masterarbeit. Das ist auch unser Bestseller. Auch hier gibt es einen konkreten 248 h Projektplan mit Meilensteinen und Sprints.

5. Besonders beeindruckend fanden wir die Methode, in 31 Tagen zur Bachelor- oder Masterarbeit zu kommen. Wie kamst Du auf diese Methodik?

Diesen Ansatz habe ich in meinem Coaching entwickelt. So eine Thesis ist komplex und verlangt nach einem Plan. Also habe ich einen Plan gemacht und diesen dann im Laufe des Coachings verfeinert. Ich nenne ihn den Masterplan. Die 31 Tage sind fundiert. Man kann sie aber auch mit einer einfachen Rechnung begründen. Die normale Bearbeitungszeit einer Thesis beträgt drei Monate. Bei im Durchschnitt 22 Arbeitstagen pro Monat das sind bei drei Monaten und fünf Arbeitstagen pro Woche circa 65 Tage. Die Hälfte der Zeit wird dafür aufgewendet, den richtigen Weg zu finden. Ist das Vorgehen aber schon relativ klar vorgegeben, lässt sich diese Zeit sparen und man kann gleich direkt an der Arbeit arbeiten.

Der Masterplan nutzt auch meine Erfahrungen als Repetitor. Ich habe im Studium Klausurvorbereitung in Mathematik, Statistik, Mikroökonomie, Makroökonomie und Investitionsrechnung angeboten. Dabei habe ich zu allen Rechenaufgaben immer Algorithmen aufgezeigt. Dann konnten meine Studis die Rechenwege selbstständig nachvollziehen und haben immer Super-Klausuren geschrieben. Das habe ich auf die Thesis übertragen und es funktioniert hier genauso.

6. Dann gibt es ja noch analog den Titel – in 200 Tagen zur Diss. Unterscheidet sich die Methode stark von der oben genannten?

Die Dissertation ist letztlich eine Bachelorarbeit oder Masterarbeit mit einem sehr viel spezielleren tieferen Fokus und deutlich höheren Ansprüchen an die Methodik. Außerdem muss hier definitiv neue Erkenntnisse gewonnen werden. Die Anforderungen sind also deutlich strenger. Viele Schritte sind identisch. Das reicht zurück bis zum Hausarbeiten Guide. Die Art und Weise der Verarbeitung von wissenschaftlichen Studien ist immer gleich. Damit lässt sich wissenschaftliche Arbeiten systematisch vermitteln und trainieren. Die 200 Tage sind auch aus der Praxis entstanden, aus meinem Dissertationscoaching.

7. Wie kam es dazu, dass Du dich so intensiv mit dem wissenschaftlichen Arbeiten auseinandergesetzt hast? Was hat Dich persönlich dazu angeregt?

Während meiner Uni habe ich als Tutor gearbeitet und wie schon erwähnt ein Repetitorium gegründet. Die Firma hieß “Erfolg durch Wissen” und hat Studis drei Wochen vor der Angst, also vor der Klausur für die Klausur fit gemacht.
Im nächsten Schritt kam ich zu Klausurcoaching. Das ist die Erarbeitung einer individuellen Klausurvorbereitungsstrategie. Meist geht es gar nicht um die Inhalte selbst, sondern eher um die Art des Lernens. Das Diplomarbeitscoaching, wie es damals noch hieß, hat vor vielen Jahren an einem trüben Februartag begonnen. Eine Mutter rief mich an und fragte, ob ich nicht auch Diplomarbeitscoaching anbiete. Ihr Sohn lümmelt schon seit mehreren Monaten auf ihrer Couch herum und sie möchte, dass er endlich fertig wird. An diesem Tag habe ich mit Coaching angefangen.

Mit der Zeit habe ich gemerkt, wie unterschiedlich diese verschiedenen Standards für wissenschaftliches Arbeiten sind und wie schwer es fällt, in dieser Welt der Mixed Signals den Überblick zu behalten. Dann habe ich das Thesis-ABC geschrieben, die erste Auflage. Etwas später habe ich mit Entwicklern eine digitale Plattform angefangen. Diese Formate haben mich gezwungen, klare Anleitungen für wissenschaftliches Arbeiten zu formulieren. Das führte zu einer intensiven Beschäftigung damit.

Mein Antrieb ist vermutlich meine eigene Neugier. Meine Helden in der Kindheit waren Wissenschaftler wie Aristoteles, Archimedes, Newton und Herschel. Der zweite Antrieb ist, Probleme zu lösen. Im wissenschaftlichen Arbeiten gibt es genug Herausforderungen.
Gerade schreibe ich an einem Kompendium für wissenschaftliches Arbeiten. Die ersten beiden Bücher sind fertig, das Schreib-ABC und das Research-ABC. Im Moment schreibe ich das Analyse ABC und habe noch das Methoden-ABC und das Vortrags-ABC auf meiner Liste. Diese Bücher sollen noch in diesem Jahr fertig sein.

8. Was würdest Du jungen Menschen oder Studierenden raten, die noch nicht so genau wissen, was ihr persönliches Fachgebiet werden könnte? Wie kann man den Weg dorthin finden?

Das ist tatsächlich eine Herausforderung. Dafür habe ich eine Lösungsidee.
Stell Dir einfach die folgende Frage:
Was würdest Du am liebsten den ganzen lieben langen Tag tun, ohne Pause, ohne Essen, ohne schlafen und ohne dafür bezahlt zu werden?
Die Antworten zeigen Dir den Weg. Dann sollte man nach Menschen Ausschau halten, die diesen Weg schon gegangen sind und von ihnen lernen. Wenn sich die Informationen nicht finden, dann rufe sie doch einfach an oder schreibe ihnen. Es ist erstaunlich, was Menschen so ohne Gegenleistung für einen tun, wenn sie helfen können. Menschen helfen gerne.

Natürlich muss man dann auch damit umgehen können, dass man vielleicht gar nicht studieren muss, um einen bestimmten Job zu machen…

9. Welches Deiner Bücher würdest Du einer Person empfehlen, die gerade ins Studium eingestiegen ist??

Das Unangenehmste im Studium sind definitiv Klausuren und später die wissenschaftlichen Arbeiten. Daher würde ich den Einsteigenden mein “Klausur-ABC – Immer Bestnoten” empfehlen. Dort habe ich meine Erfahrung aus vielen Jahren als Tutor und Repetitor aufgeschrieben. Soweit ich den Markt überblicken kann, ist dies das einzige Buch, das von der Aufgabenlogik und der Klausurlogik kommt und die Klausurvorbereitung nicht auf Zeitmanagement, persönliche Motivation, Überwinden psychologischer Hürden aller Art, Tagesgestaltung und so weiter reduziert.

Man braucht für die Klausurvorbereitung einen Plan und Anleitungen, mit dem sich die konkreten Herausforderungen in der Klausur vorhersehen lassen. Das Klausur-ABC liefert eine solche Anleitung. Noch ein nützliches Buch speziell für Studierende in Wirtschaft und ähnlichen Fächern ist unser “Rechentrainer – Schlag auf Schlag – Rechnen bis ich’s mag”. Der bringt die Rechenfähigkeiten auf Vordermann, die für viele Klausuren nötig sind.

10. Und welches Deiner Bücher hättest Du gerne selbst während deines Studiums gelesen? 😉

Ich habe Volkswirtschaft studiert und hätte gerne meine Klausurtrainer gehabt, für die einzelnen Fächer wie Statistik, Mikroökonomie, Makroökonomie, BWL und Mathematik. Die hätten mir geholfen, die relevanten Aufgaben und vor allem die Musterlösungen parat zu haben und mehr Zeit für das Training zu haben.

11. Dann gibt es ja noch Deinen digitalen Guide Aristolo, ein digitaler Begleiter für wissenschaftliches Schreiben. Kannst Du uns etwas darüber erzählen? Was kann man sich darunter vorstellen?

Unser Aristolo Guide ist die Umsetzung der Inhalte unserer Bücher zum wissenschaftlichen Arbeiten in eine digitale Plattform. Sie geht noch deutlich weiter als die Bücher, weil im Online-Guide eine Personalisierung möglich ist. Ich möchte das an einem Beispiel erklären. Es macht einen Unterschied, ob ich eine Literaturarbeit, ein Literature Review oder eine empirische Arbeit mit einer Umfrage schreibe. Die Methodik muss entsprechend angepasst sein. Das geht mit unserem Guide.

Ebenso wichtig ist die Personalisierung entsprechend dem Analyse-Fokus. Der Analyse-Fokus bezieht sich auf den Aspekt der Untersuchung. Beispiele sind Ursachenanalyse, Vergleichsanalyse, Evolutionsanalyse oder Potenzialanalyse. Die Leitfrage, Zielsetzung und die Aufgabe sowie die Vorgehensweisen sind jeweils unterschiedlich. Das lässt sich in einem Buch nicht so detailliert darstellen. Außerdem hat der Aristolo Guide einige Tools, mit denen die Arbeit leichter wird. Ein zentrales Element ist unser Qualitäts-Check. Wir nennen ihn den ABF, den Aristolo Bullsh**t Filter. Damit lassen sich grobe Schwächen eines Textes erkennen, um sie dann beseitigen.

12. Wie bist Du auf die Idee gekommen, ein solches digitales Tool anzubieten?

Ein wichtiger Grund war, das Konzept allen zugänglich zu machen. Coaching ist immer persönlich und daher nicht skalierbar. Außerdem ist es teuer und deswegen braucht es ein zugängliches und erschwinglich es Hilfsmittel.

Zudem war ich neugierig, was man damit noch erreichen kann. Wir wollen mit der Plattform richtig tolle Studien herausbringen.

13. Was ist Dein persönlich größtes Erfolgserlebnis, seit Deinem Studium?

Mir scheint, das größte Erfolgserlebnis liegt erst noch vor mir. Das ist die Vollendung meines Kompendiums für wissenschaftliches Arbeiten. Mein Ziel ist, damit einen erlernbaren und lehrbaren standardisierten Ansatz zu bieten, mit dem alle eine gute wissenschaftliche Arbeit schreiben können.

14. Bestimmt hast Du durch Deine Arbeit auch viele Erfolgserlebnisse anderer Menschen begleiten und unterstützen dürfen. Gab es dabei mal ein besonderes Highlight?

Ich freue mich immer, wenn meine Coachees eine tolle Note bekommen haben. Highlights sind die Projekte, in denen im zweiten Versuch eine richtig gute Note herauskommt. Denn das zeigt, dass eine großartige Leistung möglich ist.

15. Hast Du noch einen ultimativen Tipp für erfolgreiches wissenschaftliches Arbeiten? Was ist wirklich immer wichtig?

Der Tipp hat eigentlich nichts mit den wissenschaftlichen Arbeiten selbst zu tun. Wer eine solche Arbeit schreibt, sollte sich ein Ziel nach der Arbeit setzen, das richtig motiviert. Das kann ein Job sein, ein privates Großereignis wir eine Hochzeit, eine Weltreise oder auch ein Start-Up. Das motiviert und lässt einen die Mühen unterwegs besser ertragen.

Silvio, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast und uns einen so tollen Einblick in dein berufliches Leben gegeben hast! Für alle, die uns auf Facebook folgen: Silvio ist immer donnerstags in der Facebook-Gruppe für Bachelor- und Masterarbeiten in der Sprechstunde für euch verfügbar. Schaut doch mal rein!

Das Trilemma: Wie man Füllwörter vermeidet und trotzdem genügend Wörter in der knappen Zeit schreibt

Wer kennt das nicht, man schreibt einen wissenschaftlichen Text, aber die Zeit wird immer knapper. Gleichzeitig weiß man, dass der Text nur so vor „Lückenfüllern“ strotzt, aber die Mindestanzahl von Wörtern nicht unterschritten werden darf. Dieses Trilemma tritt immer wieder beim Schreiben wissenschaftlicher Texte auf. Wer sich dessen bewusst ist, kann es durch gute Planung und bewusstes Schreiben vollständig auflösen. Die folgenden Tipps sollen euch dabei helfen auch in der Notsituation eine Lösung zu finden.

1. Füllwörter vermeiden

Natürlich möchte man in einer wissenschaftlichen Arbeit einerseits blumige und gut lesbare Sätze verfassen und gleichzeitig auch die gewünschte Länge der Arbeit abliefern. Dafür verwenden viele gern die geliebt-gehassten Füllwörter. Die kann man schon mal verwenden, aber eben nicht zu häufig. Das macht keinen guten Eindruck und liefert faktisch auch keine wissenschaftliche Information. Prüft einfach mal eure Sätze, ob ihr sie mit vielen Wörtern gespickt habt, die den Inhalt der Aussage nicht verändern, den Satz aber (unnötig) strecken. Ihr erkennt Füllwörter daran, dass sie keinen Nutzen haben. In nicht-wissenschaftlichen Texten sind sie oft von hohem Wert, da sie Emotionen und Eindrücke vermitteln und auch zur Unterhaltung beitragen. Doch in wissenschaftlichen Schriften haben sie nicht viel verloren. Gerade Prüfer*innen durchschauen diesen Trick schnell und lassen dies auch gern mal in die Beurteilung einfließen. Beliebte Füllwörter sind zum Beispiel „aber“, „allemal“, „allerdings“, „besonders“, „dann“, „doch“, „eben“, „halt“, „irgendwie“, „ja“, „nun“, „quasi“, „relativ“ und so weiter. Oft sind Füllwörter auch daran erkennbar, dass sie eigentlich die Umgangssprache bedienen oder die Wissenschaftlichkeit infrage stellen. Wenn ein Ergebnis nur „gewissermaßen“ oder „anscheinend“ eintritt, wirkt das eher unsicher. Ist es so – oder nicht? Das wollen Leser*innen der Studienarbeit wissen.

2. Trotzdem genügend Wörter liefern

Wir alle kennen das Problem: Die wissenschaftliche Arbeit ist zu kurz, es fehlen noch Wörter oder Sätze. Wie oben bereits beschrieben, behelfen sich viele mit Füllwörtern oder Wiederholungen. Das kann man schon machen, – wird aber nicht auf große Freude bei den Prüfer*innen stoßen. Aber dennoch gibt es Möglichkeiten eure Arbeit mit echtem Inhalt zu strecken. Sicherlich habt ihr Abbildungen in eurer Arbeit, die man beispielsweise umfangreich erklären kann und mit denen sich ein Bezug auf andere Abbildungen aufbauen lässt. Ansonsten könntet ihr auch selbst eine Tabelle mit Ergebnissen selbst erstellen, diese in die Arbeit integrieren und den Inhalt im Anschluss erklären. Außerdem könnt Ihr eine weitere Quelle einbeziehen. Zwar benötigt ihr dafür eine weitere kleine Literaturrecherche, doch mit einem zusätzlichen Beleg oder wissenschaftlichem Input werdet ihr bei euren Prüfer*innen wahrscheinlich eher punkten als verlieren. Ebenfalls ein Mittel zum Gewinn weiterer Wörter wäre, in die Arbeit ein Zwischenfazit oder einen Ausblick einzubauen. Für welche Lösung ihr euch auch entscheidet, versucht die Arbeit nicht nur mit Wörtern zu füllen, sondern auch mit Inhalt.

3. Mehr Zeit verschaffen

Wenn eure Welt plötzlich kopfsteht und ihr aus diversen Gründen nicht schafft, eure Abschluss- oder Studienarbeit pünktlich abzugeben, könnt ihr bei eurem Prüfungsamt einen Antrag auf eine Verlängerung der Bearbeitungszeit stellen. Natürlich bedarf es dafür wichtige Gründe, wie Krankheit, Pflege von Angehörigen, technische Schwierigkeiten, Probleme im Studienverlauf, Betreuerwechsel oder höhere Gewalt. Doch meist lässt sich entweder gut mit den Mitarbeiter*innen des Prüfungsamtes reden oder kreativ ein Grund finden, der schwerwiegend genug ist, um eine Zusage für eine Verlängerung zu bekommen. Es hilft sicher auch, vorher das Gespräch mit den zuständigen Prüfer*innen zu suchen.

Auch wichtig ist, – wie wir in unseren Beiträgen oft schon festgestellt haben – das Erstellen eines detaillierten Zeitplanes für die gesamte Bearbeitungszeit, in den ihr auch Zeiten für Pausen, Pannen und Prokrastination einplanen müsst. So sollte es eigentlich keine Engpässe im Verlauf geben.

Und wenn alle Stricke reißen, gibt es auch immer noch uns! Wir helfen nicht nur mit Formulierungen und Inhalten, sondern können euch auch im gesamten Verlauf der Studienarbeit coachen.

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Elisabeth Olden hat ihren Bachelor in Management Sozialer Innovationen an der Hochschule München gemacht und ist gelernte Mediatorin. Vor ihrem Studium war sie medizinische Fachangestellte und hat parallel Textererfahrung im Onlinebereich gesammelt. Seit 3 Jahren ist sie privat als Lektorin tätig und unterstützt Forschungsarbeiten mit Publikationen. Ihr nächster geplanter Schritt ist eine Tätigkeit als Coachin und Konfliktberaterin.

Warum Citavi, wenn‘s auch mit Word geht?

Mittlerweile dürfte ja bekannt sein, dass es tatsächlich Alternativen zum bekannten Programm Citavi gibt. Diese haben wir bereits in einem anderen Blog-Beitrag ausgiebig vorgestellt und verglichen, um herauszufinden, welches das beste Literaturverwaltungsprogramm ist. Wer jedoch nach einer einfachen und intuitiven Alternative sucht, wird bei Word selbst fündig werden! Überraschung: Man kann auch direkt in Word ein digitales Literaturverzeichnisse erstellen. Gerade wenn Du also nur eine Möglichkeit zur einfachen Literaturverwaltung für eine aktuelle Arbeit suchst, ist Word vielleicht die beste Wahl, da Du Dich vermutlich nicht mehr in das Programm einarbeiten musst und so viel Arbeitszeit sparst.

Literaturverzeichnis in Word erstellen

Zunächst soll vorgestellt werden, wie das Literaturverzeichnis erstellt und gehandhabt werden kann. Danach folgen Antworten auf Fragen, die sich eventuell stellen.

Man geht im Menü „Referenzen“ auf den Reiter „Zitate“; -> anklicken.

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Dies öffnet das bereits vorhandene Literaturverzeichnis:

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Der Klick auf das „+“ links unten gibt die Möglichkeit, einen neuen Titel hinzuzufügen:

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Der Klick auf das Menü „Quellentyp“ erlaubt es, den Quellentyp auszuwählen, meistens sind diese „Quellentypen“ selbsterklärend. Für einen Beitrag aus einem Sammelband wählt man „Buchabschnitt“, für einen Artikel aus einer wissenschaftlichen Zeitschrift „Artikel in einer Zeitschrift“. Der Quellentyp kann – auch bei bereits bestehendem Eintrag – jederzeit geändert werden.

Unter dem Menü „Zitate“ kann man das Literaturverzeichnis einfügen. Rechts neben diesem Menü wählt man die Art der Zitation (APA, Harvard, …), leider etwas auf amerikanische Usancen eingeschränkt.

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Nach Erstellen des Literaturverzeichnisses klickt man am oberen Rand, um etwa das Literaturverzeichnis in statischen Text umzuwandeln: Dies ist nicht unbedingt notwendig, kann aber sinnvoll sein, wenn ein Lektor die Arbeit selbsttätig korrigieren soll.

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Dazu kommt ein Menüpunkt „Dienste“, mit diesem kann man sich den Titel z.B. durch eine zuvor definierten Suchmaschine suchen lassen.

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Ein leichtes Drüberstreifen über die „Zitate“ zeigt den vollen Titel an:

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Das „-“ links unten erlaubt die Entfernung einzelner Titel. Rechts unten ist der Zitatquellenmanager. Dieser unterscheidet zwischen einer Masterliste und der aktuellen Liste. Die aktuelle Liste enthält alle Titel, die in der vorliegenden Arbeit verwendet wurden.

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Links ist die Masterliste, mit allen Titeln, die man jemals aufgenommen hat. Für eine neue Arbeit kopiert man diese nach rechts in die „Aktuelle Liste“, das heißt, einmal aufgenommen steht einem die Quelle bzw. Literaturangabe immer zur Verfügung. Die Häkchen links neben dem Titel bedeuten, daß das Werk bereits in der Arbeit zitiert wurde: Dies erlaubt einem also, nachzuprüfen, ob man wirklich alles zitiert hat, was man ursprünglich verwenden wollte. – Die Masterliste links zeigt übrigens, daß man problemlos unterschiedliche Schriften (oder Tastaturen), z.B. Griechisch oder Kyrillisch verwenden kann. Die zu verwendenden Tastaturen muß man zuvor in der Systemeinstellung „Tastatur“ definieren.

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Nach Abschluß seiner Arbeit, oder auch schon während derselben, trägt man am Ende des Dokuments seine Literaturliste ein. Man geht wie folgt vor: Man geht zunächst an das Ende seines Dokuments und dann im Menü auf den Punkt „Referenzen“ und klickt dann „Literaturverzeichnis. Der einfach Klick fügt das Literaturverzeichnis ein.

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Fragen

Hier die Antworten auf einige Fragen, die sich eventuell stellen:

Frage: Kann ich das Literaturverzeichnis von einem bereits erstellten Dokument übernehmen?

Antwort: Ja, es gibt zwei Wege. – Voraussetzung ist immer, daß die Zitate „aktiv“ sind, also nicht in statischen Text umgewandelt.

  • In-Text-Zitat: Du kopierst den gesamten Text einer vorgängigen Arbeit in ein neues Dokument. Alle verwendeten Literaturangaben werden im Zitatemanager erscheinen. -> Abspeichern und den alten Text löschen. Die Literaturliste bleibt.
  • Zitate in den Fußnoten: Wenn Du wirklich nur die Literatur übernehmen willst, die Du in einer letzten Arbeit verwendet hast und nicht jedes einzelne Werk anklicken willst, musst Du einen kleinen Kunstgriff verwenden. Du gehst im Ursprungstext in den Fußnotenapparat und kopierst diesen, aber nur diesen, komplett in das neue Dokument in den Haupttext. Du wirst im Anschluß alle Referenzen im Zitatemanager sehen. Anschließen kannst Du den gesamten Text löschen, die Referenzen (also die Literaturliste) werden bleiben.
  • Alternativ: Du gehst in den Zitatquellenmanager und kopierst Dir die Zitate (eigentlich Literaturangaben) direkt nach rechts in die „Aktuelle Liste“, wie in der letzten Graphik oben.

Frage: Kann ich zwei unterschiedliche Literaturverzeichnisse verwenden, z.B. eines für Quellen, eines für die Literatur?

Antwort: Über PC geht das, in dem man die Sprache ändert; angeblich geht es auch bei Mac, aber bei mir hat das nicht funktioniert. Wenn man (auf PC) beim Literaturverzeichnis seinen Quellen die Sprache A zuordnet und seiner Sekundärliteratur die Sprache B, dann erhält man zwei unterschiedliche Literaturverzeichnisse. Für Mac kann man alternativ zwei Kunstgriffe verwenden. Diese erlauben zwei unterschiedliche Literaturverzeichnisse auch beim Mac.

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Methode 1: Man fügt zweimal das Literaturverzeichnis komplett ein und bearbeitest beide. Für das erste Literaturverzeichnis also nur die Quellen, für das zweite nur die Sekundärliteratur.

Methode 2: Man stellt beim Eintragen dem Nachnamen des Autors ein oder zwei Sonderzeichen vor, z.B. „*“, dann werden im Literaturverzeichnis diese an den Anfang desselben gestellt. Im Anschluß muß man die Sonderzeichen entfernen.

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Frage: Kann ich ein zitiertes Dokument das ich abgespeichert habe, direkt aus dem Dokument öffnen?

Antwort: Nicht wirklich. Man geht mit dem Cursor auf das Zitat, und drückt (beim Mac) Maus und [Control], ganz unten findet man neben anderen Menüpunkten „“Öffnen“ oder „Im Finder zeigen“, dieser Befehl führt einfach in den Finder. Dort kann man weitersuchen. Wenn das Fenster, indem sich die Literatur befindet, im Finder schon geöffnet ist, dann ist man einfach schneller dort, mehr nicht.

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Mit demselben Menü kann man einen Titel mit einem zuvor definierten Suchdienst bzw. einer Suchmaschine direkt im Internet verwenden. Man kann die Standardsuchmaschine individuell anpassen.

Werke die man nur in Auszügen braucht, kann man bei books.google.com finden. Alte Literatur, die keinem Copyright mehr unterliegt und somit public domain ist, kann direkt und komplett angeschaut bzw. auch heruntergeladen werden.

Frage: Wie kann ich die Suchmaschine wechseln?

Antwort:

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Frage: Kann ich die Klammern beim Zitat entfernen?

Antwort: Wenn Du das Zitat in „Statischen Text“ umwandelst ja. Am besten am Schluß mit der Funktion SUCHE-ERSETZE.

Frage: Kann ich zwei oder mehrere Zitate in eine Klammer setzen? Also statt (Prabhu, et al., 2019) (Probst, et al., 2006) alles in eins?

Antwort: Ja. Du fügst erst das eine Zitat ein (Probst, et al., 2006) und klickst dann darauf, daß es „aktiv wird und fügst das zweite gewissermaßen darauf ein.

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Weitere Tipps, Problemlösungen und Fragen für Word auf Mac findet Ihr hier.

Viel Spaß und viel Erfolg bei der Arbeit. Zukünftig sollen hier noch weitere Tipps und Tricks für Eure Arbeit erscheinen. Eure Fragen sind immer willkommen!

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Daniel Schwenzer forscht, arbeitet und lebt an der Schnittstelle der kirchlichen, geistlichen und welt-lichen Sphären. Seine Arbeit als Verwaltungsrat, Leiter von Flüchtlingsheimen, Experte für kanonische Gutachten, kirchlicher Richter und Sachverständiger begleitet er mit wissenschaftlichen Aktivitäten. Mit über 50 Einträgen auf seiner Veröffentlichungsliste ist er vielgelesen und oft zitiert. Seine Leidenschaft gilt neben seiner Familie der Frage, ‚was die Welt im Innersten zusammenhält‘. Er hat in Tübingen, Wien, Strasbourg und Fribourg (Schweiz) Theologie, Philosophie, Geschichte und Kirchenrecht studiert.

Tipps zur Wahl des Themas

Bei jeder Form der wissenschaftlichen Arbeit, sei es eine Seminararbeit, Hausarbeit oder die große Baustelle Abschlussarbeit, steht man zuerst vor der Frage: Wie soll das Thema lauten? Ein Teil der Studierenden macht sich darüber schon zu Beginn des Studiums Gedanken, bei anderen entsteht die Idee erst zum Ende hin und wieder andere stehen der Aufgabe völlig ratlos gegenüber. Dabei handelt es sich – besonders bei Abschlussarbeiten – um einen so essentiellen Teil des Studiums.

Natürlich gibt es oft Fälle, in denen das Thema bereits durch die Fachrichtung des Kurses oder die Lehrperson eingegrenzt oder sogar vorgegeben wird. Auch gibt es Ausarbeitungen, die sich mit der Literatur beschäftigt, die Eingangs zur Verfügung gestellten wurde. Doch besonders im Falle der Abschlussarbeit geht es vielen Studierenden so, dass sie sich nicht für ein Thema entscheiden können oder gar nicht erst zu einem Thema finden, das sie auch anspricht. Dieser Punkt ist elementar, denn das Thema wird für einen längeren Zeitraum Euer Leben bestimmen, also wäre es doch schön, wenn Ihr das Thema auch selbst gut findet. Im besten Fall könnt Ihr Euch sogar dafür begeistert. Doch es führt nicht nur ein einziger Weg zum perfekten Thema.

Ein Weg könnte über die Auswahl der passenden Lehrperson zur Betreuung der Abschlussarbeit führen. In fast jedem Studium gibt es den einen Dozenten oder die eine Dozentin, deren Lehrinhalt und die entsprechende Einstellung dazu, einem besonders zusagen oder mit dem oder der man besonders harmoniert. In diesem Fall bietet es sich an, sollte man selbst noch so gar kein Thema favorisiert haben, mit dieser Dozentin oder diesem Dozent ein Gespräch zu führen und zu erörtern, ob es denn ein passendes Thema von Interesse gäbe, zu dem man seine Arbeit verfassen könnte. Manche DozentInnen haben durchaus Themen oder Themengebiete im Sinne, die sie den Studierenden gerne zur Verfügung stellen und bieten hierfür ihre Betreuung an. Natürlich tun sich die Betreuer damit auch selbst einen Gefallen. Denn natürlich lässt sich eine Abschlussarbeit leichter betreuen, wenn sie den eigenen Interessen oder Fachgebieten entspricht. Soviel zum Weg der Themenwahl nach Wahl der Betreuerin oder des Betreuers.

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Ein weiterer Weg, ein Thema zu finden, könnte sein, die Abschlussarbeit in einem Unternehmen zu schreiben. Unternehmen geben meist bereits Themen oder Themenbereiche vor, an denen man sich orientieren kann oder soll. Ein Vorteil von dieser Kollaboration kann sein, dass neben der Unterstützung beim Finden eines geeigneten Themas, auch ein möglicher Berufseinstieg in dem jeweiligen Unternehmen in Aussicht gestellt wird. Auf der Seite www.thesius.de findet sich zum Beispiel eine Liste der aktuell zur Verfügung stehenden Themen, die von Unternehmen zur Verfügung gestellt werden.

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Wer sein Thema aber autonomer erarbeiten möchte und dabei möglichst viel Handlungsfreiraum haben will, geht wahrscheinlich den umgekehrten Weg und sucht zuerst das Thema und dann die passende Betreuung – sei es an der Uni oder im Unternehmen. Selbstverständlich kann man auch „zweigleisig fahren“ und einerseits die Fühler nach interessanten Themenvorschlägen ausstrecken und jedoch auch gleichzeitig an einem eigenen Thema arbeiten. Wenn man in Letzterem noch völlig ahnungslos ist, empfiehlt sich zu aller erst eine Mindmap zu erstellen. Auf dieser lässt sich nicht nur darstellen, welche Überthemen einen persönlich sehr interessieren. Auch kann man für den Anfang damit beginnen Studienfächer, Kurse und grobe Themenbereiche zu sammeln, die einem während des Studiums besonders zugesagt haben. Vielleicht gab es auch Praktika im Laufe des Studiums, die besonders ansprechend waren? Welche voran gegangenen Leistungsnachweise waren besonders erfolgreich? Gibt es vielleicht sogar persönliche Erfahrungen, berufliche Vorkenntnisse oder Berufsziele, die das Thema beeinflussen könnten? Welche Forschungsmethoden liegen mir besonders? Umso mehr man sich mit einem Thema oder einer Arbeitsweise persönlich identifiziert, desto leichter wird es später die Abschlussarbeit zu verteidigen oder in beruflichen Situationen sein Können mit dergleichen unter Beweis zu stellen und sich gut zu verkaufen.

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Für die Erstellung einer Mindmap gibt es fast keine Regeln, außer, dass sie übersichtlich gestaltet sein sollte. Jedoch darf hier alles gesammelt werden, was irgendwie von Bedeutung sein könnte. Oft sind es nicht die naheliegenden Dinge, die zur Wahl des richtigen Themas führen. Manchmal entstehen die spannendsten Fragestellungen erst durchs Querdenken.

Zum Beispiel könnte einer Sozialwissenschaftlerin, die sich im Studium mit empirischer Sozialforschung beschäftigt hat, ihre vorberufliche Erfahrung im medizinischen Bereich zur Hilfe kommen. Vielleicht hat sie sich immer besonders für den Umgang mit älteren Personen begeistert? Was hat sie wohl in ihrem beruflichen Umfeld an Problemstellungen erfahren? Wo hätte es noch Verbesserungsbedarf gegeben? Da gäbe es zum Beispiel die Schwierigkeiten für alte Menschen in der stationären Behandlung. Also stellt die Studierende fest: Mich interessieren ältere Menschen und deren Lebenswelt und ich bin mir bewusst, dass es viele Problemstellungen im stationären Bereich gibt, wie zum Beispiel der Drehtüreffekt oder die ambulante Versorgung nach der Entlassung. So entsteht zumindest nach und nach bereits ein Gerüst an Themen, die sich immer weiter eingrenzen lassen.

Übersichtlicher gestaltet sich die Mindmap auch durch farbliche Markierung. Man kann beginnen die Stichpunkte in Kategorien aufzuteilen. Was könnte zusammen ein Thema ergeben? Welche Stichpunkte fallen unter eine mögliche Überschrift? Zu welchen Themen lässt sich ausreichend Literatur finden? So werden aus Stichpunkten Kategorien und aus Kategorien werden Themenbereiche. Und auf diese Weise kann die Mindmap auch dynamisch verändert werden und noch im weiteren Verlauf der Abschlussarbeit gute Dienste leisten. Sie lässt sich übrigens auch toll zur Strukturierung und zur Gestaltung der Gliederung verwenden.

Oft sind es auch Kombinationen aus Wegen, die das Thema abschließend festlegen. So kann es sein, dass ein Themenbereich gefunden ist, sich das Thema jedoch erst in Kombination mit einer Forschungsmethode ergibt. Auch könnte es sein, dass bestimmte Überbegriffe besonders gut zu einer Dozentin oder einem Dozenten passt, die oder der dann wiederum dabei unterstützen kann, das Ganze zu einem Thema einzugrenzen.

Die Mindmap alleine kann jedoch auch bedeuten, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen zu können. Man ist ja für seine eigenen Spezialgebiete auch gewissermaßen „betriebsblind“. Daher kann der Austausch mit Anderen stets hilfreich sein. KommilitonInnen, Freunde, Familienangehörige, Lehrpersonal, KollegInnen – es lassen sich viele Perspektiven für die persönliche Themensammlung finden.

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Dabei kann auch ein fachfremder Blick neue Impulse bringen oder helfen, den eigenen Fokus zu verändern. Vielleicht macht es auch Sinn, sich mit anderen Studierenden zu treffen und gemeinsam die jeweiligen Mindmaps zu erarbeiten. So oder auf anderem Wege ist der Austausch für Feedback und zur Themenfindung unbedingt empfehlenswert. Eine solche Beratung bietet Dir übrigens auch die Absolventen Schmiede an.

Beim Finden und Formulieren eines Themas ist grundsätzlich wichtig, dass es sich an einem der Fächer des Studiums orientiert oder zumindest einen Teil der Studieninhalte spiegelt. Es sollte sich außerdem um ein Thema handeln, das so noch nicht erforscht oder erarbeitet wurde. Daher ist Literaturrecherche schon im Vorfeld unabdingbar. Einerseits lässt sich so feststellen, ob sich zu dem Wunschthema ausreichend aktuelle und seriöse Literatur finden lässt, ob einem diese zusagt und ob das gewählte Thema oder die Fragestellung nicht schon bereits behandelt wurde. Es sollte auch nicht vergessen werden, dass ein gutes Thema nicht immer auch in das persönliche zur Verfügung stehende Zeitbudget passt. Deshalb sollte man sich auch stets die Frage stellen: Kann ich eine Arbeit zu dem von mir gewünschten Thema in der mir verbleibenden Zeit schaffen? Ist es zu umfangreich für das vorgegebene Seitenlimit? Muss ich inhaltlich reduzieren oder ergänzen? Diese Fragestellungen lassen sich sicherlich auch in Feedbackgesprächen mit Fachpersonen oder mit der Betreuerin oder dem Betreuer klären.

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Zu guter Letzt geht es an das abschließende Formulieren des Themas. Dabei ist es wichtig eine Überschrift zu finden, die nichts Inhaltliches vorweg nimmt und das Interesse der Leserschaft weckt. Ein Thema sollte auch nicht zu viele Aspekte auf einmal behandeln und dementsprechend kurz und prägnant sollte dann auch die Formulierung ausfallen. Um etwas mehr Spielraum zu haben, bieten sich Untertitel an. So könnte der Titel der im vorher erwähnten Beispiel genannten Abschlussarbeit der Sozialwissenschaftlerin am Ende lauten: Die Lebenswelt Krankenhaus – was bedeutet der Krankenhausaufenthalt für betagte Menschen? Der Leser weiß nun, dass es sich um eine Lebensweltanalyse im Bereich Krankenhaus handelt. Der Untertitel grenzt das Thema noch weiter ein. Trotzdem sind keine Ergebnisse oder vorgreifende Vermutungen im Titel zu erkennen.

Wie man sieht: Das Thema einer Abschlussarbeit zu finden ist viel mehr als nur die Suche nach einer Überschrift. Es definiert quasi die gesamte Arbeit und formt natürlich auch entsprechend das Ergebnis. Ein Thema muss neben einem selbst auch besonders den Leser überzeugen. Beratet euch daher intensiv mit Eurer Betreuerin oder Eurem Betreuer, geht in Euch und erforscht, welche Themen Euch wirklich interessieren oder überlegt, welcher künftiger Arbeitgeber an welchem Thema interessiert sein könnte. Vergesst dabei nicht, dass sich ein Thema auch mal dynamisch an den Forschungsablauf anpassen darf. Die Absolventen Schmiede bietet auch hierbei Hilfestellung durch individuelle Coachings an.

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Elisabeth Olden hat ihren Bachelor in Management Sozialer Innovationen an der Hochschule München gemacht und ist gelernte Mediatorin. Vor ihrem Studium war sie medizinische Fachangestellte und hat parallel Textererfahrung im Onlinebereich gesammelt. Seit 3 Jahren ist sie privat als Lektorin tätig und unterstützt Forschungsarbeiten mit Publikationen. Ihr nächster geplanter Schritt ist eine Tätigkeit als Coachin und Konfliktberaterin.