Welches Literaturverwaltungsprogramm ist das beste?

Für das Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten an der Uni ist viel Recherchearbeit nötig: Nachdem das Thema festgelegt wurde, müssen die richtigen Quellen ausgesucht und analysiert werden. Besonders bei Themen mit einer großen Quellenanzahl ist eine effektive Eingrenzung der Recherchearbeit nicht immer einfach.

Nach dem Formulieren einer Forschungsfrage und der Literaturrecherche muss darauf geachtet werden, die Quellen beim Schreiben der Hausarbeit richtig anzugeben. Selbst das versehentliche Weglassen einer einzigen Quelle kann als Plagiarismus gedeutet werden und unangenehme Folgen durch die Universität mit sich ziehen. Viele Unis benutzen mittlerweile Plagiatsoftware, um eingereichten Arbeiten zu prüfen. Wir tun dies ebenfalls, wenn wir Eure Texte lektorieren oder unserer Autoren kontrollieren. Hierbei werden die Arbeiten mit einer immensen Datenbank von Büchern, Journals and Internetressourcen abgeglichen. Dadurch werden sofort Textstellen aus anderen Quellen erkannt, die in der Arbeit bisher nicht genannt wurden – und das auch, wenn sie sprachlich umschrieben worden sind.

Lupe auf Text

Es lohnt sich also, bei den Quellenangaben und Referenzen einer wissenschaftlichen Arbeit besonders penibel zu sein. Je nach Umfang der Arbeit kann das sehr anstrengend sein: Besonders in den empirisch geprägten Studiengängen wird erwartet, dass die vorgestellten Ideen einer Arbeit mit ausreichenden Quellen belegt werden. Aber wer möchte das schon alles manuell per Hand eintippen? Hunderte Referenzen und Fußnoten einzutippen, ist nicht nur anstrengend und langweilig, sondern lenkt aus meiner eigenen Erfahrung auch davon ab, sich auf den eigentlichen Inhalt der Arbeit zu konzentrieren. Ganz davon abgesehen, dass einem auf diese manuelle Art garantiert Formfehler unterlaufen: Im schlimmsten Fall muss man nochmal durch alle Fußnoten gehen, um auszuschließen, dass man nicht an falscher Stelle einen Punkt angebracht hat und das Datum richtig genannt wurde. Und am Ende muss im Literaturverzeichnis eine Auflistung sämtlicher verwendeter Quellen erfolgen - in der Regel alphabetisch.

Drei Programme im Vergleich:

Am Anfang des Studiums habe ich diese ganze Arbeit noch per Hand gemacht, aber es wurde einfach immer lästiger und zeitfressender. Ich bin schließlich auf Literaturverwaltungsprogramme umgestiegen, die mir den Großteil dieser akribischen Arbeit abnehmen. Neben der Möglichkeit, sich diese Arbeit durch ein professionelles Ghostwriting ganz zu sparen, helfen diese Programme beim Einfügen und Sortieren der wissenschaftlichen Quellen. Zu den wichtigsten dieser Tools gehören Citavi, EndNote und Zotero. Nach einer kurzen Einarbeitungszeit erspart man sich mit den Programmen stundenlange Arbeit, die man lieber produktiv gestalten kann – zum Beispiel mit dem Schreiben des eigentlichen Inhalts der Arbeit! Hier ist ein kurzer Überblick dieser drei Tools, damit du gleich losstarten kannst. Welches Programm du letztendlich verwendest, ist Geschmackssache. Alle drei Programme lassen sich nach einer recht kurzen Zeit einfach bedienen und als Addon in Word integrieren.

Der Platzhirsch

Citavi ist als Allrounder-Programm bekannt. Hervorzuheben ist vor allem die Recherchefunktion: Neben Fachdatenbanken wie EBSCO, Ovid, ProQuest, Elsevier, Thomson Reuters, sowie dem Online-Katalog WorldCat kann man auch zahlreiche Universitäts – und Nationalbibliotheken nach den passenden Quellen durchkämmen.

Citavi

Besonders hilfreich für die Quellenangabe ist die Funktion der automatischen Erfassung bibliographischer Daten. Diese kann man entweder direkt über den Namen suchen oder über die ISBN und DOI. Referenzen, Zitate und Bibliografie-Einträge können in über 7.500 Zitationsstilen eingefügt werden – man muss sich also nicht mehr darum sorgen, dass man richtig in APA, MLA, Harvard und co. zitiert hat. Zusätzlich bietet Citavi hilfreiche Funktionen zur Organisierung wissenschaftlicher Arbeiten an. Dazu zählen die Funktionen zur Erstellung von Notizen, Gliederungen und Skripts.

Unter den Literaturverwaltungsprogrammen ist Citavi der Marktführer. Studenten können über ihre Universitäten oft auf günstigere Campuslizenzen zugreifen. Ansonsten kostet die eigenständige Lizenz für Studenten und Doktoranten 119€. Zusätzlich gibt es eine kostenlose Version mit allen Funktionen der kostenpflichtigen Version, die allerdings auf 100 Titel begrenzt ist.

Die englische Alternative

Neben Citavi ist besonders EndNote ein beliebtes Literaturverwaltungsprogramm. Im Vergleich zu Citavi wird es öfter in angelsächsischen Ländern verwendet. Ähnlich wie Citavi verfügt auch EndNote über eine detaillierte Recherchefunktion, mit der man in Online-Katalogen, Volltext-PDFs und Fachdatenbanken aus Bibliotheken nach Quellen suchen kann.

Endnote

EndNote hat eine besondere Schnittstelle mit Microsoft Word, das als Cite While You Write bezeichnet wird. Damit lassen sich automatische Literaturverzeichnisse und Quellenangaben generieren. Zusätzlich zu der Desktopversion bietet EndNote auch eine Browservariante an – EndNote Web. Insgesamt bietet EndNote einen ähnlich großen Funktionsumfang wie Citavi, der sich nicht nur auf das erstellen von Quellenangaben und Literaturverzeichnissen beschränkt. Auch für EndNote bieten einige Universitäten günstige Campuslizenzen an, ansonsten kostet eine Studentenlizenz derzeit 94€.

Der Fokussierte

Zotero ist einer der beliebtesten kostenfreien Literaturverwaltungsprogramme. Im Vergleich zu Citavi und EndNote bietet Zotero weniger Zusatzfunktionen und beschränkt sich auf die Recherche und Zitation von Quellen und Literaturverzeichnissen. Dieser Fokus auf die Kernaufgaben eines Referenzmanagers kann durchaus ein Vorteil sein für jeden, der keine weiteren Zusatzoptionen benötigt: Die Einarbeitungszeit ist auf Grund der limitierten Anzahl an Funktionen recht kurz.

Zotero

Quellen können in Zotero in Schlagwortkategorien und Sammlungen organisiert werden. Bibliographische Informationen, Fußnoten und Referenzen können in über 8.000 Zitationsstilen eingefügt werden, so dass man sich auch hier nicht mehr um das Verwenden des richtigen Zitationsstils sorgen muss. Anders als Citavi und EndNote nutzt man bei Zotero nicht eigene Datenbanken, sondern markiert über ein Browser-Addon alle Quellen, die man im Internet findet. Zur besseren Strukturierung kann man diesen Quellen passende Notizen und Tagwörter hinzufügen. Insgesamt ist Zotero eine gute Alternative für jeden, der nicht Geld für ein Literaturverwaltungsprogramm ausgeben möchte und solche Programme vor allem für Zitationen verwendet.

...und mein Favorit ist...

Persönlich nutze ich EndNote, weil ich im englischsprachigen Ausland studiere und meine Universität eine recht günstige Lizenz für dieses Programm anbietet. Citavi und Zotero habe ich allerdings auch schon genutzt – alle drei Programme haben ihre Aufgabe zur Verwaltung von Literatur und Referenzen sehr gut erfüllt. Die kürzeste Einarbeitungszeit hatte ich mit Zotero, da hier einfach nicht so viele Zusatzfunktionen vorhanden sind. Für jemanden, der nur Quellen, Referenzen und Literaturverzeichnisse verwalten möchte, ist Zotero aus diesem Grund vielleicht die beste Option.

Nur Baysal

Über die Autorin

Nur Baysal studiert im Master Philosophie an der University of St Andrews. Ihr Fokus liegt auf Bioethik und politischer Philosophie. Während ihres Bachelors hat sie sich ebenfalls mit den Studiengängen Politikwissenschaft, Soziologie und Geschichte beschäftigt. In der Vergangenheit war sie in Thinktanks in Washington D.C und Berlin tätig, sowie Teil des Vorstands einer internationalen Studentenorganisation.

2 comments to “Welches Literaturverwaltungsprogramm ist das beste?”

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  1. André Piepenburg - 25. März 2019 at 22:33 Reply

    Toller Artikel, ich werde Citavi mal ausprobieren. Vielen Dank!

  2. Jens - 25. März 2019 at 22:53 Reply

    Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt 😀

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