Formuliere die Forschungsfrage Deiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit mit diesen 3 Musterfragen

Toni schluckt. Gerade hat er dem Betreuer drei Seiten Text hingelegt. Doch der wirft nur einen kurzen Blick darauf und fragt: Was ist Ihre Forschungsfrage? Toni stöhnt innerlich…

Eine ganze Woche hat er an diesen drei Seiten gesessen. Mehr als 15 Bücher liegen noch aufgeschlagen auf seinem Tisch. Sein Laptop quillt über von Onlinequellen. Und die meisten hat er noch nicht mal gesichtet. Schreiben, lesen, schreiben, lesen, umschreiben, wieder lesen… Nichts anderes hat er die letzten Tage gemacht. Und jetzt das. Toni schwant nichts Gutes… Leise sagt er: ich schau mir das noch mal an, nimmt die drei Seiten und verlässt mit hängenden Schultern die Sprechstunde…

Was für eine Panne… War die Woche Arbeit umsonst? 3 Seiten für die Katz? Was hätte Toni wohl geholfen?

Ganz einfach, die 3 Musterfragen! Hier sind die Schritte dazu.

Schritt 1: Definiere die Begriffe aus dem Thema Deiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit

Nehmen wir mal an, Toni schreibt über den Einfluss von Schokolade und Lernmotivation von Studis. Dann muss er 3 Begriffe definieren: Schokolade, Lernmotivation, Studis. Also beantwortet er diese Fragen: Was ist Schokolade? Was ist Lernmotivation? Was kennzeichnet Studierende? Natürlich hast Du in Deiner Arbeit andere Begriffe… Aber die Schrittfolge für Definitionen bleibt gleich.

Suche die Definitionen in Lehrbüchern oder wissenschaftlichen Studien oder in ISO oder DIN. Schreibe sie heraus und schreibe SOFORT die Quellenangaben dazu.

Schritt 2: Schau Dir die Muster für die Forschungsfrage oder Leitfrage einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit an

Jede wissenschaftliche Fragestellung baut auf einer der folgenden drei Musterfragen oder Grundfragen auf. Du brauchst nur einen Begriff als Aufhänger. Ich erkläre das mal mit Tonis Begriff Lernmotivation. Das sind die 3 meist gebrauchten Muster für die Forschungsfrage zum Oberthema Lernmotivation:

1. Was ist Lernmotivation oder was lässt sich über Lernmotivation sagen / schreiben?
2. Welche Beziehungen hat Lernmotivation zur Umwelt, mit anderen Merkmalen? Was beeinflusst sie?
3. Wie entwickelt sich Lernmotivation und was sind die Ursachen dafür?

Die erste Musterfrage ist eine so genannte Merkmalsanalyse oder Attribut-Analyse, die zweite ist eine Beziehungsanalyse oder Wirkungsanalyse und die dritte Musterfrage ist eine Entwicklungsanalyse.

Mit einem dieser 3 Muster findest Du die Forschungsfrage für Dein Thema.

Wichtig: Natürlich hängt die konkrete Formulierung vom Begriff ab. Probieren wir das im nächsten Schritt aus.

Schritt 3: Entwirf die Forschungsfrage für Deine Bachelorarbeit oder Masterarbeit

FacebookgruppenProbier die Musterfragen mit Deinen Begriffen aus. Formuliere mögliche Fragen und wähle dann EINE Frage für Deine Arbeit aus. Wir machen das mal für Soft Skills.
1. Was sind Soft Skills oder was lässt sich über Soft Skills sagen / schreiben?
2. Welche Beziehungen haben Soft Skills zur Umwelt, mit anderen Merkmalen? Was beeinflusst sie?
3. Wie entwickeln sich Soft Skills und was sind die Ursachen dafür?

Hat doch ganz gut gepasst.

Probiere das jetzt weiter mit Begriffen wie Finanzkrise, Arbeitslosigkeit, Migration, Motorleistung, LOHAS, Friedensgespräche, Mikrokredite, Big Data, Alkoholsucht oder eben gleich mit Deinen Fachbegriffen.

Klar sind die Formulierungen der Frage immer etwas anders. ABER: der Grundgedanke bleibt gleich. Ich schau mir entweder den Begriff für sich an (Merkmale) oder in Beziehung mit anderen Begriffen oder Objekten (Beziehungen, Wirkungen, Ursachen) oder seine dynamische Seite, die Entwicklung (Evolution).

Formuliere jetzt mit den Begriffen aus dem Thema Deiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit eine oder mehrere Fragen. keine Sorge, Dir schaut niemand zu und Du kannst sie natürlich noch schleifen.

Schritt 4: Suche mögliche Antworten auf die Forschungsfrage

Welche Frage sollte ich nehmen? Kommt auf die Umstände an, auf die Quellen, die Anforderungen des Lehrstuhls, die Methoden etc. Ein guter Anfang ist, sich die möglichen Antworten anzuschauen. Das macht die Frage fassbar.
Beispiele für Antworten für die Lernmotivation:

Muster 1: Was ist Lernmotivation oder was lässt sich über Lernmotivation sagen / schreiben?
Es gibt natürlich verschiedene Niveaus der Lernmotivation wie stark und schwach oder bezogen auf Fächer oder zeitlich limitiert oder auf Aufgaben fokussiert oder je nach Person oder Gruppe. Es kommt immer auf die untersuchten Personen an.

Muster 2: Was beeinflusst die Lernmotivation?
Da gibt es Abertausende Antworten, je nach Person… Eine Deadline, ein anderes Projekt, die Aussicht auf Erfolg, Wettbewerb mit Kommilitonen, Erwartungen von Partnern, Angst vor Degradierung oder dem Rauswurf uvm. Auch Didaktik, Themen, Dozenten, Lehrmaterial spielen eine Rolle. Die Liste ist grenzenlos. Das zeigt, dass bei dieser Frage meist sehr viel zu holen ist!

Muster 3: Wie entwickelt sich Lernmotivation und was sind die Ursachen dafür?
Da gibt es wieder Tausende Antworten, je nach Personenkreis, je nach Umgebung etc. Es gibt sicher Phasen, Auf und Ab, saisonabhängige Faktoren wie Klausurphasen, Persönlichkeitsentwicklungsphase etc. Das kann ziemlich komplex werden!

Wenn Toni eine Wahl hat, sollte er Muster 3 NICHT wählen. Eine Analyse von Beziehungen, also Muster 2, ist überschaubarer. Auf jeden Fall helfen die vorläufigen Antworten auf die Fragen bei der Entscheidung.

Schritt 5: Gib Deiner Forschungsfrage den letzten Schliff

Am Ende steht nur EINE Leitfrage. Die sollte offen sein und sprachlich rund geschliffen. Sie muss natürlich zu Deinem Thema und den erwarteten Ergebnissen passen. Das ist der finale Test.

Wie läuft nun Tonis nächste Konsultation mit dem Betreuer ab?

Am besten ist wohl, er sendet ihm erstmal per Email nur das Thema mit der Forschungsfrage und fragt an, ob er in dieser Richtung weitermachen kann. Das spart viel Schreiberei 🙂

Viel Erfolg beim Formulieren der Forschungsfrage wünschen Dir

Silvio und das Team Aristolo

Du willst in 31 Tagen fertig sein?

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Über den Autor:

Diplom-Volkswirt, 47 Jahre alt, verh., 2 Kinder,
1988 – 1991 Studium Außenpolitik in Potsdam (Institut für Internationale Beziehungen) und in Moskau (Moskauer Staatliches Institut für Internationale Beziehungen),
1991 – 1996 Studium der VWL an der Universität Marburg und der Universidad Nacional de Córdoba/ Argentinien.
Diplom 1996.
Gründer und Leiter des Studeo Verlages (seit 2002) sowie der Studeo Repetitorien (seit 1995) und des Studeo Coachings (seit 2003).

Herr Gerlach hat für den Studeo Verlag mehrere Klausurtrainer in BWL, VWL, Mathematik und Statistik und das Handbuch Klausur geschrieben. Siehe Studeo Publikationen bei Amazon.

Herr Gerlach hat über 20 Jahre Trainings- und Lehrerfahrung als Tutor, Repetitor und persönlicher Coach für Prüfungsvorbereitung und Diplomarbeiten. Er entwickelte eine Methode, mit der man in 31 Tagen (248 Stunden) seine Abschlussarbeit schaffen kann (siehe Thesis-ABC – In 31 Tagen zum Text).

Herr Gerlach hat zusammen mit den Studeo Coaches bisher schon über 5.000 Abschlussarbeiten in verschiedenen Fächern betreut.

Was muss eine gute Schreibtechnik für wissenschaftliches Arbeiten können? – Bewertung herkömmlicher Schreibtechniken (Teil1)

Eine zuverlässige und nachhaltige Schreibtechnik ist einfach und führt Dich schnell zu gutem Text, egal ob es um eine Hausarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation geht. Schauen wir uns diese Anforderungen genauer an. (Die folgenden Inhalte stammen aus dem Buch „Schreib-ABC – Fünf Seiten pro Tag“ vom Studeo Verlag in Berlin.)

Textqualität
Eine zuverlässige und nachhaltige Schreibtechnik führt Dich zu präzisen und nachvollziehbaren Inhalten bis hin zum Ergebniskapitel, für das keine externen Quellen verfügbar sind. Sie unterstützt die differenzierte Verarbeitung von Quellen wie Studien oder Fachbüchern im Text und vermeidet das Vergessen von Quellenverweisen. Sie sichert somit die Plagiatsfreiheit und dazu auch Deinen Roten Faden.

Schnelligkeit
Eine zuverlässige und nachhaltige Schreibtechnik führt Dich schnell zu hochwertigem Text. Schnelle Erfolge motivieren, stärken Dein Selbstvertrauen und sind das beste Mittel gegen Blockaden und Schreibhemmungen.

Einfachheit
Eine zuverlässige und nachhaltige Schreibtechnik ist leicht zu erlernen und funktioniert jederzeit ohne große Vorbereitung. Sie eignet sich für Anfänger genauso wie für Fortgeschrittene und Profis.

Flexibilität
Eine zuverlässige und nachhaltige Schreibtechnik funktioniert universell für alle Arten von wissenschaftlichen Texten, für alle Fächer, alle Themen, alle Methoden und alle Kapitel. Besonders die letzten Kapitel mit der Eigenleistung fallen schwer und verlangen eine funktionierende Schreibtechnik. Bewertung gängiger Schreibtechniken
Vergleichen wir die vier Grundtechniken für wissenschaftliches Schreiben.

Erst einlesen, dann schreiben

Das Einlesen dauert meist mehrere Tage oder sogar Wochen. Diese Technik wird oft empfohlen und sieht auf den ersten Blick auch vernünftig aus. Ich muss mich ja erstmal intensiv mit den Inhalten befassen. Erst dann kann ich etwas Sinnvolles dazu schreiben. Das sogenannte Einlesen hat aber ernste Schwachstellen.
• Ich kann mir unmöglich alle relevanten Inhalte beim Lesen merken. Neue Quellen überlagern vorher gelesene Quellen. Ich muss beim Schreiben immer wieder nachlesen. Das stört den Schreibfluss.
• Ich habe am Anfang noch keinen Überblick über das Thema und kann daher nicht genau sagen, welche Quellen gut sind. Ich lese vermutlich einige schwache Quellen, die mich vom Fokus des Themas ablenken.
• Lesen ist notwendig, aber nicht hinreichend für die Durchdringung des Themas. Ich muss die Inhalte systematisch und gründlich filtern und aufarbeiten.
• Ich kann mit dieser Schreibtechnik nur die vorderen Kapitel schreiben. Sie hilft nicht bei den Kapiteln mit der Eigenleistung wie dem Ergebniskapitel und dem Fazit.

Lesen, schreiben, lesen, schreiben…

Bei dieser Technik wird eine Quelle zu einem Aspekt im Thema gelesen, relevante Inhalte werden gefiltert, zusammengefasst und in das passende Kapitel eingefügt. Dann kommt die nächste Quelle, mit dem gleichen Vorgehen. Das lässt sich auf die Formel bringen: lesen, schreiben, lesen, schreiben, lesen, schreiben… Diese Technik hat mehrere Schwachstellen.
• Der Text wirkt wie eine Aneinanderreihung von Quellen, deutlich erkennbar an den gehäuften Verweisen auf eine Quelle.
• Die Inhalte der Arbeit hängen eher von der Reihenfolge beim Lesen als von der Logik in den Kapiteln ab.
• Spätere Quellen könnten viel besser sein als die ersten Quellen. Die kommen aber erst später im Text und stören den Roten Faden. Oder sie werden vorne schnell noch “dazugepackt”… Das bedeutet Stress auf den letzten Metern.
• Die Verfügbarkeit von Quellen bestimmt die Inhalte. Ist die Bibliothek zu, wird der Text anders sein, als wenn sie offen ist.
• Ein Roter Faden ist mit dieser Technik nur schwer zu erreichen.
• Die Eigenleistung kann damit nicht geschrieben werden, weil dafür keine externen Quellen zur Verfügung stehen.

Copy&paste-Technik

Bei dieser Technik werden passend klingende Stellen aus relevant klingenden Texten in einzelne Kapitel kopiert, umformuliert und miteinander verbunden, damit der Rote Faden gesichert ist. Diese Technik wird gerne unter Zeitdruck genutzt. Sie hat deutliche Nachteile.
• Plagiatsgefahr,
• Stilbrüche,
• Logikbrüche,
• viele digitale und schwache Quellen,
• Gefahren beim Umschreiben.

Puzzle-Technik

Die vierte Technik ist Zeile für Zeile, Seite für Seite, Kapitel für Kapitel im Text zu schreiben. Dabei wird in den Quellen sorgfältig nach passenden Inhalten zum jeweiligen Satz oder Absatz gesucht, wie bei einer Puzzle-Technik. Die Inhalte werden extrahiert und umgeschrieben in den Text eingefügt. Diese Technik ist definitiv seriös, hat aber schwerwiegende Mängel.
• Sie ist langsam. Es ist mühselig, perfekt passende Aussagen zu finden, die später vermutlich von noch besseren Aussagen übertroffen werden. Manchmal gibt es auch mehrere kluge Aussagen.
• Das Verlieren im Klein-Klein ist anstrengend und nagt an der Motivation.
• Der Fokus liegt auf einzelnen Aussagen, was den inhaltlichen Zusammenhang und damit den Roten Faden gefährden kann.
• Diese Technik ist perfekt für Schreibende mit Perfektionismus-Anwandlungen und verstärkt die Schwierigkeiten, das Projekt zu Ende zu bringen.
• Die Technik führt zu Stress am Ende, weil man nach dem gründlichen Studium so einiges in den vorderen Kapiteln anders sehen könnte. Der Rote Faden kann darunter leiden.
• Auch diese Schreibtechnik hilft nicht bei den Kapiteln mit der Eigenleistung. Sie führt im Gegenteil in Versuchung, die Quellen noch mal nach verwertbaren Inhalten zu durchforsten. Damit bleibt die Eigenleistung auf der Strecke.

Folgende Tabelle zeigt die Bewertung der vier Schreibtechniken gemäß den Anforderungen.

Die Tabelle zeigt die Schwächen der vier Techniken. Besonders gegen Ende der Arbeit versagen alle und verursachen damit Stress kurz vor der Abgabe.

Und nun? Alles ganz anders machen?

Nein! Die beschriebenen Schreibtechniken haben zwar Schwächen. Aber die grundlegenden Elemente dieser Techniken (außer copy&paste) werden beim Schreiben natürlich immer gebraucht.
Dazu gehört das disziplinierte Arbeiten mit Quellen, das Zusammenfassen und Umschreiben von Inhalten, das Stellen der Funde in den Zusammenhang der eigenen Arbeit, das Arbeiten mit Inhalten usw. Diese Elemente spielen auch bei unserer neuen Schreibtechnik eine große Rolle.

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Leitfaden fürs Schreiben:

ISBN: 978-3-936875-98-0
Format: A5, 272 Seiten

39,95 € / Jetzt bestellen

Wir schauen im zweiten Teil dieses Blog-Posts auf eine Schreibtechnik, die alle Anforderungen an eine zuverlässige und nachhaltige Schreibtechnik für Hausarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation erfüllt.

Dieser Blogbeitrag stammt aus dem Schreib-ABC vom Studeo Verlag.

Über den Autor:

Silvio Gerlach „rettete” als Thesis-Coach und Diss-Coach bereits Tausende Studis und Doktoranden vor dem „Niemals fertigwerden” oder „Total scheitern”. Daraus entstanden das “Thesis-ABC – In 31 Tagen zur Bachelorarbeit oder Masterarbeit”, “In 24 h zur Hausarbeit – ohne Stress, mit Bestnote” und “In 200 Tagen zur Dissertation – Der Diss Guide”. Das neueste Buch ist das „Schreib-ABC – Fünf Seiten pro Tag für Hausarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit und Dissertation“. Silvio ist der Autor des persönlichen digitalen Guide für Hausarbeit, Thesis und Dissertation, mit Zeitplan, Gliederungsvorlagen, Schreibvorlagen, Anleitungen für jeden Schritt und digitalen Textkontrollen. Mit dem Guide schreibst Du eine Arbeit, die Dich stolz macht, Deine Lieben glücklich, Deine Betreuenden sprachlos, künftige Arbeitgeber neugierig und die Welt ein wenig klüger. Zum Guide: https://aristolo.com

Im Gespräch mit Bestseller-Autor Silvio Gerlach: „Die Art und Weise der Verarbeitung von wissenschaftlichen Studien ist immer gleich“

Heute haben wir das besondere Vergnügen, uns mit unserem Coach Silvio Gerlach zu unterhalten. Silvio hat neben einem Studium in Außenpolitik auch ein Diplom in VWL, seine Promotion über Techniken des Wissenschaftlichen Arbeitens ist sein aktuelles Ziel. Außerdem ist er Gründer und Leiter des Studeo Verlages, der Studeo Repetitorien sowie des Studeo Coachings und ganz nebenbei ist er Familienvater von zwei Kindern – ein wahres Multitalent also. Nach 20 Jahren Erfahrung in Training, Lehre sowie als Repetitor und Coach für wissenschaftliche Arbeiten, kann man ihn durchaus als fundierten Experten bezeichnen. Deswegen freuen wir uns sehr, dass er auch uns – der Absolventen-Schmiede – regelmäßig als Coach zur Verfügung steht und auch heute Zeit für uns gefunden hat.

1. Silvio, es freut uns sehr, dass Du Dir heute Zeit für unser Gespräch genommen hast, denn davon gibt es sicherlich nicht so viel. Wenn man Deine vielen Aufgabengebiete so betrachtet – wo bleibt da noch Zeit für Dich und Deine Familie?

Ich habe das große Glück, meine Arbeit zu lieben. Gerne mache ich mir den Spaß und sage zu meiner Frau, dass das für mich gar keine Arbeit ist. Sie schaut mich dann ungläubig an und wir lachen beide.
Zeit für die Familie nehme ich mir. Ich versuche das immer mit erreichtem Meilenstein zu verbinden. Dann gibt es Belohnungen wie Ausflüge oder eben Abschalten.

2. Was würdest Du gestressten Studierenden oder Absolvent*innen für eine gute Work-Life-Balance empfehlen?

Für eine gute Work-Life-Balance sollte das Studienfach auf jeden Fall Spaß machen und nah am Herzen sein. Vielleicht ist es noch nicht die passende Wahl gewesen. Wenn das unterwegs auffällt, lässt sich das noch korrigieren. Wenn das Studienfach das richtige für einen ist, schaut man auch nicht auf die Uhr.

3. Du warst ja selbst viel im Ausland – einmal in Moskau und auch in Argentinien. Was hast Du aus dieser Zeit für deine jetzige berufliche Laufbahn insbesondere mitgenommen?

An diese Zeiten erinnere ich mich gerne. Die Sprachkenntnisse haben mir beim Einstieg in meinen allerersten Job geholfen. Aber ich habe vor allem gelernt, wie die Welt auf uns in Deutschland schaut.
Für den Beruf habe ich sicher meine Selbstständigkeit entwickelt, meine Problemlösungsfähigkeiten. Schließlich muss man im Ausland alles in der Fremdsprache machen.

4. Ein Blick auf die von Dir verfassten Titel bietet wirklich eine Vielzahl an Büchern! Welches davon ist Dein persönlicher Favorit und warum?

Inzwischen ist es tatsächlich schon eine größere Zahl von Titeln. Ich kann mich schwer entscheiden, weil es ja alle meine Babys sind. Der unglaublichsten Titel ist vermutlich in 24 Stunden zu Hausarbeit. Der klingt scheinbar reißerisch. Aber dieser Ansatz ist tatsächlich fundiert, sodass eine solche Arbeit tatsächlich in dieser Zeit geschafft werden kann. Man muss nur mal auf die typische Erledigung von Hausarbeiten schauen. Viele werden die letzten paar Tage und Nächste geschrieben, auf den letzten Drücker. Mit meinem Ansatz kann man das in den ersten Tagen erledigen und hat danach die Last von den Schultern und mehr Spaß mit anderen Sachen.

Nebenbei bring der Hausarbeit Guide noch die grundlegende Methode bei, wie man mit anspruchsvollen wissenschaftlichen Studien arbeitet. Das wichtigste Buch ist das Thesis ABC, in 31 Tagen zur Bachelorarbeit oder Masterarbeit. Das ist auch unser Bestseller. Auch hier gibt es einen konkreten 248 h Projektplan mit Meilensteinen und Sprints.

5. Besonders beeindruckend fanden wir die Methode, in 31 Tagen zur Bachelor- oder Masterarbeit zu kommen. Wie kamst Du auf diese Methodik?

Diesen Ansatz habe ich in meinem Coaching entwickelt. So eine Thesis ist komplex und verlangt nach einem Plan. Also habe ich einen Plan gemacht und diesen dann im Laufe des Coachings verfeinert. Ich nenne ihn den Masterplan. Die 31 Tage sind fundiert. Man kann sie aber auch mit einer einfachen Rechnung begründen. Die normale Bearbeitungszeit einer Thesis beträgt drei Monate. Bei im Durchschnitt 22 Arbeitstagen pro Monat das sind bei drei Monaten und fünf Arbeitstagen pro Woche circa 65 Tage. Die Hälfte der Zeit wird dafür aufgewendet, den richtigen Weg zu finden. Ist das Vorgehen aber schon relativ klar vorgegeben, lässt sich diese Zeit sparen und man kann gleich direkt an der Arbeit arbeiten.

Der Masterplan nutzt auch meine Erfahrungen als Repetitor. Ich habe im Studium Klausurvorbereitung in Mathematik, Statistik, Mikroökonomie, Makroökonomie und Investitionsrechnung angeboten. Dabei habe ich zu allen Rechenaufgaben immer Algorithmen aufgezeigt. Dann konnten meine Studis die Rechenwege selbstständig nachvollziehen und haben immer Super-Klausuren geschrieben. Das habe ich auf die Thesis übertragen und es funktioniert hier genauso.

6. Dann gibt es ja noch analog den Titel – in 200 Tagen zur Diss. Unterscheidet sich die Methode stark von der oben genannten?

Die Dissertation ist letztlich eine Bachelorarbeit oder Masterarbeit mit einem sehr viel spezielleren tieferen Fokus und deutlich höheren Ansprüchen an die Methodik. Außerdem muss hier definitiv neue Erkenntnisse gewonnen werden. Die Anforderungen sind also deutlich strenger. Viele Schritte sind identisch. Das reicht zurück bis zum Hausarbeiten Guide. Die Art und Weise der Verarbeitung von wissenschaftlichen Studien ist immer gleich. Damit lässt sich wissenschaftliche Arbeiten systematisch vermitteln und trainieren. Die 200 Tage sind auch aus der Praxis entstanden, aus meinem Dissertationscoaching.

7. Wie kam es dazu, dass Du dich so intensiv mit dem wissenschaftlichen Arbeiten auseinandergesetzt hast? Was hat Dich persönlich dazu angeregt?

Während meiner Uni habe ich als Tutor gearbeitet und wie schon erwähnt ein Repetitorium gegründet. Die Firma hieß “Erfolg durch Wissen” und hat Studis drei Wochen vor der Angst, also vor der Klausur für die Klausur fit gemacht.
Im nächsten Schritt kam ich zu Klausurcoaching. Das ist die Erarbeitung einer individuellen Klausurvorbereitungsstrategie. Meist geht es gar nicht um die Inhalte selbst, sondern eher um die Art des Lernens. Das Diplomarbeitscoaching, wie es damals noch hieß, hat vor vielen Jahren an einem trüben Februartag begonnen. Eine Mutter rief mich an und fragte, ob ich nicht auch Diplomarbeitscoaching anbiete. Ihr Sohn lümmelt schon seit mehreren Monaten auf ihrer Couch herum und sie möchte, dass er endlich fertig wird. An diesem Tag habe ich mit Coaching angefangen.

Mit der Zeit habe ich gemerkt, wie unterschiedlich diese verschiedenen Standards für wissenschaftliches Arbeiten sind und wie schwer es fällt, in dieser Welt der Mixed Signals den Überblick zu behalten. Dann habe ich das Thesis-ABC geschrieben, die erste Auflage. Etwas später habe ich mit Entwicklern eine digitale Plattform angefangen. Diese Formate haben mich gezwungen, klare Anleitungen für wissenschaftliches Arbeiten zu formulieren. Das führte zu einer intensiven Beschäftigung damit.

Mein Antrieb ist vermutlich meine eigene Neugier. Meine Helden in der Kindheit waren Wissenschaftler wie Aristoteles, Archimedes, Newton und Herschel. Der zweite Antrieb ist, Probleme zu lösen. Im wissenschaftlichen Arbeiten gibt es genug Herausforderungen.
Gerade schreibe ich an einem Kompendium für wissenschaftliches Arbeiten. Die ersten beiden Bücher sind fertig, das Schreib-ABC und das Research-ABC. Im Moment schreibe ich das Analyse ABC und habe noch das Methoden-ABC und das Vortrags-ABC auf meiner Liste. Diese Bücher sollen noch in diesem Jahr fertig sein.

8. Was würdest Du jungen Menschen oder Studierenden raten, die noch nicht so genau wissen, was ihr persönliches Fachgebiet werden könnte? Wie kann man den Weg dorthin finden?

Das ist tatsächlich eine Herausforderung. Dafür habe ich eine Lösungsidee.
Stell Dir einfach die folgende Frage:
Was würdest Du am liebsten den ganzen lieben langen Tag tun, ohne Pause, ohne Essen, ohne schlafen und ohne dafür bezahlt zu werden?
Die Antworten zeigen Dir den Weg. Dann sollte man nach Menschen Ausschau halten, die diesen Weg schon gegangen sind und von ihnen lernen. Wenn sich die Informationen nicht finden, dann rufe sie doch einfach an oder schreibe ihnen. Es ist erstaunlich, was Menschen so ohne Gegenleistung für einen tun, wenn sie helfen können. Menschen helfen gerne.

Natürlich muss man dann auch damit umgehen können, dass man vielleicht gar nicht studieren muss, um einen bestimmten Job zu machen…

9. Welches Deiner Bücher würdest Du einer Person empfehlen, die gerade ins Studium eingestiegen ist??

Das Unangenehmste im Studium sind definitiv Klausuren und später die wissenschaftlichen Arbeiten. Daher würde ich den Einsteigenden mein “Klausur-ABC – Immer Bestnoten” empfehlen. Dort habe ich meine Erfahrung aus vielen Jahren als Tutor und Repetitor aufgeschrieben. Soweit ich den Markt überblicken kann, ist dies das einzige Buch, das von der Aufgabenlogik und der Klausurlogik kommt und die Klausurvorbereitung nicht auf Zeitmanagement, persönliche Motivation, Überwinden psychologischer Hürden aller Art, Tagesgestaltung und so weiter reduziert.

Man braucht für die Klausurvorbereitung einen Plan und Anleitungen, mit dem sich die konkreten Herausforderungen in der Klausur vorhersehen lassen. Das Klausur-ABC liefert eine solche Anleitung. Noch ein nützliches Buch speziell für Studierende in Wirtschaft und ähnlichen Fächern ist unser “Rechentrainer – Schlag auf Schlag – Rechnen bis ich’s mag”. Der bringt die Rechenfähigkeiten auf Vordermann, die für viele Klausuren nötig sind.

10. Und welches Deiner Bücher hättest Du gerne selbst während deines Studiums gelesen? 😉

Ich habe Volkswirtschaft studiert und hätte gerne meine Klausurtrainer gehabt, für die einzelnen Fächer wie Statistik, Mikroökonomie, Makroökonomie, BWL und Mathematik. Die hätten mir geholfen, die relevanten Aufgaben und vor allem die Musterlösungen parat zu haben und mehr Zeit für das Training zu haben.

11. Dann gibt es ja noch Deinen digitalen Guide Aristolo, ein digitaler Begleiter für wissenschaftliches Schreiben. Kannst Du uns etwas darüber erzählen? Was kann man sich darunter vorstellen?

Unser Aristolo Guide ist die Umsetzung der Inhalte unserer Bücher zum wissenschaftlichen Arbeiten in eine digitale Plattform. Sie geht noch deutlich weiter als die Bücher, weil im Online-Guide eine Personalisierung möglich ist. Ich möchte das an einem Beispiel erklären. Es macht einen Unterschied, ob ich eine Literaturarbeit, ein Literature Review oder eine empirische Arbeit mit einer Umfrage schreibe. Die Methodik muss entsprechend angepasst sein. Das geht mit unserem Guide.

Ebenso wichtig ist die Personalisierung entsprechend dem Analyse-Fokus. Der Analyse-Fokus bezieht sich auf den Aspekt der Untersuchung. Beispiele sind Ursachenanalyse, Vergleichsanalyse, Evolutionsanalyse oder Potenzialanalyse. Die Leitfrage, Zielsetzung und die Aufgabe sowie die Vorgehensweisen sind jeweils unterschiedlich. Das lässt sich in einem Buch nicht so detailliert darstellen. Außerdem hat der Aristolo Guide einige Tools, mit denen die Arbeit leichter wird. Ein zentrales Element ist unser Qualitäts-Check. Wir nennen ihn den ABF, den Aristolo Bullsh**t Filter. Damit lassen sich grobe Schwächen eines Textes erkennen, um sie dann beseitigen.

12. Wie bist Du auf die Idee gekommen, ein solches digitales Tool anzubieten?

Ein wichtiger Grund war, das Konzept allen zugänglich zu machen. Coaching ist immer persönlich und daher nicht skalierbar. Außerdem ist es teuer und deswegen braucht es ein zugängliches und erschwinglich es Hilfsmittel.

Zudem war ich neugierig, was man damit noch erreichen kann. Wir wollen mit der Plattform richtig tolle Studien herausbringen.

13. Was ist Dein persönlich größtes Erfolgserlebnis, seit Deinem Studium?

Mir scheint, das größte Erfolgserlebnis liegt erst noch vor mir. Das ist die Vollendung meines Kompendiums für wissenschaftliches Arbeiten. Mein Ziel ist, damit einen erlernbaren und lehrbaren standardisierten Ansatz zu bieten, mit dem alle eine gute wissenschaftliche Arbeit schreiben können.

14. Bestimmt hast Du durch Deine Arbeit auch viele Erfolgserlebnisse anderer Menschen begleiten und unterstützen dürfen. Gab es dabei mal ein besonderes Highlight?

Ich freue mich immer, wenn meine Coachees eine tolle Note bekommen haben. Highlights sind die Projekte, in denen im zweiten Versuch eine richtig gute Note herauskommt. Denn das zeigt, dass eine großartige Leistung möglich ist.

15. Hast Du noch einen ultimativen Tipp für erfolgreiches wissenschaftliches Arbeiten? Was ist wirklich immer wichtig?

Der Tipp hat eigentlich nichts mit den wissenschaftlichen Arbeiten selbst zu tun. Wer eine solche Arbeit schreibt, sollte sich ein Ziel nach der Arbeit setzen, das richtig motiviert. Das kann ein Job sein, ein privates Großereignis wir eine Hochzeit, eine Weltreise oder auch ein Start-Up. Das motiviert und lässt einen die Mühen unterwegs besser ertragen.

Silvio, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast und uns einen so tollen Einblick in dein berufliches Leben gegeben hast! Für alle, die uns auf Facebook folgen: Silvio ist immer donnerstags in der Facebook-Gruppe für Bachelor- und Masterarbeiten in der Sprechstunde für euch verfügbar. Schaut doch mal rein!

Experten-Tipps für den Berufseinstieg

Da es vielen Berufseinsteigern nach dem Studium schwerfällt, sich auf dem Arbeitsmarkt richtig zu positionieren und eine gewinnversprechende Arbeitsstelle zu besetzen, haben wir in einem Gespräch mit Anton Lapin 11 interessante Fragen gestellt, die euch weiterhelfen können, – schon während des Studiums – den richtigen Weg einzuschlagen. Anton Lapin ist selbstständiger Vertriebspartner für Horbach – eines der größten Lebens- und Finanzplanungsunternehmen Deutschlands – und Experte im Bereich Karrierecoaching.

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1. Herr Lapin, vielen Absolventinnen und „Young Professionals“ fällt es bei der Stellensuche schwer, die richtigen hierarchischen Positionen ausfindig zu machen, sprich sich auf angemessenem Level zu bewerben. Gibt es dafür pauschal einen Maßstab, an dem man sich orientieren kann oder kommt es auch auf die Leistung an, die man während des Studiums erbracht hat?

Als Erstes ist es wichtig, einen Job, eine Position und auch ein Unternehmen nach seinen eigenen Stärken und nach seinen eigenen Antreibern zu wählen. Also zunächst erst mal gar nicht den Fokus auf die Themen Gehalt, (Führungs-)Position, Karriere etc. zu legen, sondern zunächst mal zu für sich selbst zu erkennen: Was sind meine Stärken? Welcher Job passt zu mir? Welches Unternehmen passt zu mir?

2. Was ist Ihrer Einschätzung nach am wichtigsten für erfolgreiche Bewerbungen nach dem Studium? Wo sehen Sie das absolute No-Go?

Was ich immer wieder bei Bewerbungen erlebe, ist, dass da zig Bewerbungen nach dem Motto „copy-paste“ rausgeschickt werden und sich überall beworben wird. Ich bin absolut überzeugt davon, dass jeder Einzelne erst mal seine Bewerbungsmappe sauber auf Vordermann bringen sollte. Heißt erstens, das Anschreiben sollte erst mal gut sein, das bedeute für mich, dass das Anschreiben auch individuell auf die Stellenausschreibung angepasst werden sollte. Was auch immer noch einige falsch machen, ist, den falschen Ansprechpartner zu nennen oder das noch ein falsches Unternehmen im Text steht.
Das sind leichte Fehler, die wirklich vermieden werden können. Zusätzlich sollte im Lebenslauf auch ein vernünftiges Bild sein. Damit meine ich nicht das Bild von der Konfirmation, sondern ein aktuelles, wo man möglichst schon die Persönlichkeit ein Stück weit erkennen kann. Das ist schon der erste Eindruck, der gewonnen wird.

3. Das Thema Bild im Lebenslauf ist heiß diskutiert. Einige halten es für überholt und sind der Meinung, dass ohne Bild unvoreingenommener entschieden wird, andere sagen, dass Bild sollte auf keinen Fall fehlen. Wie sehen Sie das?

Ein Bild sollte es auf jeden Fall im Lebenslauf geben. Ich bin sogar der Meinung, dass wir in Deutschland noch einen Schritt weiter gehen sollten und das amerikanische Prozedere bei der Bewerbung übernehmen sollten. Dort muss der Bewerber ein Bewerbungsvideo von sich machen, was ca. zwei Minuten dauert und er sich selbst „pitcht“. In den zwei Minuten bekommt man schon sehr schnell einen sehr guten Eindruck von der Persönlichkeit, den rhetorischen Skills und vor allen Dingen bekommt man eine Antwort auf die Fragen: „Was macht der Bewerber und wie viel Mühe hat er sich gegeben?“. Was für ein Hintergrund wurde gewählt, wie ist der Ton und und und – man erfährt da so viel mehr.

4. Viele Firmen werben auch mit der Option für Absolventen, sich als Quereinsteiger bewerben zu können. Was halten Sie davon? Ist es ratsam oder gerät man so auf einen holprigen Karriereweg?

Ich finde grundsätzlich Quereinsteiger sehr spannend. Und das sind meistens sehr, sehr gute, engagierte Leute. Ich gebe Ihnen ein ich gerne hier mal auch mal ein Beispiel. Es gibt bei uns im Unternehmen einen promovierten Physiker, der rein eigentlich per se von seiner rein wissenschaftlichen Ausbildung her nichts mit dem Thema Finanzplanung, Consulting, Marketing und Vertrieb zu tun hat, der sich aber pudelwohl fühlt. Er ist jetzt als Quereinsteiger schon zig Jahre hier und ist ein ganz toller Berater. Meine Empfehlung ist daher, sich auch als Quereinsteiger einfach zu bewerben, sofern es wirklich zu den eigenen Stärken und Antreibern passt. Bloß keine Angst vor irgendwelchen Jobtiteln oder Fachbezeichnungen oder der Stellenausschreibung als solches haben. Weil was hat der Bewerber schon zu verlieren. So bietet sich wenigstens eine Chance, wenn es gar nicht versucht wird, dann gibt es die Stelle definitiv nicht.

5. Stichwort Initiativbewerbung: Steigt die Chance auf eine passende Position? Ist diese Form der Bewerbung bei Unternehmen beliebt? Was ist zu beachten?

Beim Thema Initiativbewerbung kommt es oftmals auf die Größe des Unternehmens an. Wenn man sich beispielsweise einen großen Konzern anguckt, der bekommt Massen an Bewerbungen, da wollen sie schon Bewerber, die sich gezielt auf Stellenausschreibungen melden. Da kann so eine Initiativbewerbung schnell automatisiert abgesagt werden. Nichtsdestotrotz ähnlich wie bei den Quereinsteigern gilt auch für das Thema Initiativbewerbung: machen. Sich bewerben und dann für sich selbst zu testen: Klappt es, klappt es nicht. Wenn es nicht klappt, woran hat es gelegen?
Gerade bei Initiativbewerbungen oder bei Quereinsteigern rate ich unbedingt dazu, sich im Vorfeld mit den jeweiligen Personen auf LinkedIn, auf Xing oder einer anderen Businessplattform zu vernetzen. So macht man schon ein Stück weit auf sich aufmerksam machen. Darüber hinaus sollte im Anschreiben ganz klar formuliert sein: Warum habe ich mich initiativ beworben? Was zeichnet mich besonders aus? Welchen Mehrwert bringe ich dem Unternehmen?

6. Inzwischen gibt es immer mehr exotische Studiengänge, die sich schwer auf dem Markt verorten lassen. Oftmals werden diese Abschlüsse nicht explizit gesucht, weil sie nicht bekannt sind, wären aber möglicherweise besonders passend für bestimmte Positionen. Was raten Sie Absolventinnen dieser Studiengänge, um sich dennoch beruflich gut positionieren zu können?

Erster Tipp: Nicht den Kopf in den Sand stecken und sich nicht zwingend immer daran orientieren, was andere aus dem Studiengang machen. Wenn es ein Studiengang ist, der nicht so viele Karriereperspektiven und oder ein nicht so hohes Einstiegsgehalt, wie bei möglichen anderen Studiengängen, verspricht, sollte ihr euch davon nicht verrückt machen lassen. Schaut noch mal nach. Was passt zu mir? Was möchte ich denn selbst überhaupt? Vor allen Dingen geht auch den Weg übers Praktikum. Es muss nicht sofort der Direkteinstieg oder das Traineeprogramm sein. Viele Unternehmen suchen nach Praktikanten für ein oder bis zu sechs Monate. Dann hast du erst mal den ersten Fuß in der Tür und wenn du dich gut machst, obwohl vielleicht der Studiengang nicht passt, erhöhst du so deutlich deine Chancen. Und wer weiß, vielleicht kannst du dadurch weiter im Unternehmen tätig bleiben und später tätig werden.

7. Was kann man schon während des Studiums tun, um für eine gute Karriere vorzusorgen?

Erstens natürlich, wenn du in einem großen Konzern arbeiten möchtest und die Chance aufrechterhalten möchtest, mal eingeladen zu werden, auch ohne Vitamin B (ohne eine Beziehung), musst du darauf achten, dass dein Notendurchschnitt einigermaßen passt. Solltest du persönliche Beziehungen haben, dann solltest du sie auch nutzen. Bei einem einigermaßen passenden Notendurchschnitt reden wir von einem Schnitt von 2,4 oder besser. Das ist erreichbar. Heißt nicht, dass du, wenn du schlechter bist, überhaupt gar keine Chance auf Karriere hast. Es gibt genügend kleine und mittelständische Unternehmen, die nicht auf die Noten achten, sondern die beispielsweise vermehrt drauf achten, ob du außeruniversitäre Engagement an den Tag gelegt hast. Ja oder nein? Hast du in der studentischen Initiative in der Fachschaft irgendwo ein Amt belegt als Vorsitzender in einem bestimmten Ressort oder Ähnliches? So was wertet deinen Lebenslauf enorm auf.

8. Eine Frage, vor denen viele Berufseinsteigerinnen Angst haben, ist die Frage nach dem Gehaltswunsch. Was raten Sie? Wie lässt sich der eigene Marktwert richtig einschätzen?

Man sollte sich gut vorbereiten und sich nicht irgendwas ausdenken oder irgendein Wunschgehalt nennen, sondern gezielt danach recherchieren. Was verdient man mit meinem Abschluss, mit meinem Studiengang, aber auch was ist so üblich in der Branche, in der Region, was sind die durchschnittlichen Einstiegsgehälter, usw. Im Internet gibt es genügend Seiten, wo man solche Informationen findet, meine Empfehlung ist da kununu. Dort kann man beispielsweise evaluieren, was die Minimal- und die Maximalgrenze und wenn man davon den Durchschnitt als Gehaltswunsch angibt, ist das meistens schon in Ordnung.

Wichtig für den Berufsstart ist zu wissen, dass der persönliche Marktwert teilweise schon da ist. Man hat schon einen theoretischen und akademischen Marktwert, nur der praktische fehlt noch. Das bedeutet, die richtigen Gehaltssteigerungen und Erhöhungen und Positionen kommen durch die Berufserfahrung und gegebenenfalls durch Unternehmens- und Jobwechsel. Dadurch kann man seinen persönlichen Marktwert noch mal deutlich steigern. Daher würde ich das Thema Marktwert gerade zum Berufseinstieg nicht überbewerten, was aber viele Bewerber machen.

9. Viele Studierende planen im Anschluss ans Studium den Schritt in die Selbstständigkeit. Was ist zu beachten? Halten Sie dies für ratsam?

Das ist eine super spannende Frage, weil ich mich selbst auch selbstständig gemacht habe, bereits während des Studiums. Man bekommt dadurch ein eher selbstbestimmtes Leben, man hat eine freie Zeiteinteilung und vieles mehr. Nichtsdestotrotz, gerade so die ersten fünf Jahre heißt das selbst und ständig. Dafür muss man wirklich sein eigenes Unternehmen als Soloentrepreneur aufbauen und bereit sein, auf viele Dinge zu verzichten, auch auf Freizeit. Wenn dann nach und nach das Businessmodel klar ist, das eigene Unternehmen solide aufgebaut wurde und du schwarze Zahlen schreibst, dann entsprechend werden die Früchte getragen. Leider scheitern auch sieben von acht selbstständigen Versuche sofort nach dem Studium. Das ist nun mal so. Daher würde ich empfehlen, entweder eine Selbstständigkeit nicht im klassischen Sinne zu wählen, also eine eigene Idee und sofort eine GbR gründen und dann daraus versuchen, eine GmbH zu machen, sondern zu gucken gibt es denn irgendwo am Markt Möglichkeiten als Franchisenehmer beispielsweise, vielleicht sogar ohne wirtschaftliches Risiko, die Selbstständigkeit anzugehen. Nehmen wir als Beispiel McDonalds oder Burger King, da muss man erst einmal über eine halbe Million auf den Tisch legen, um die Lizenzen nutzen zu dürfen. Ich habe beispielsweise bei der HORBACH Wirtschaftsberatung die tolle Erfahrung gesammelt, mich selbstständig zu machen, die Lizenzen und alle Dienstleistungen der HORBACH Wirtschaftsberatung nutzen zu dürfen, ohne ein wirtschaftliches Risiko einzugehen. Das hat mir die Sicherheit gegeben, den Mut gegeben zu sagen: „Alles klar, aus meinem Studium mache ich ein duales Studium in Form einer Selbstständigkeit.“ So ein Weg kann ich wirklich auch empfehlen. Es gibt viele Wege, einfach drüber nachdenken, ausprobieren, im besten Fall kein wirtschaftliches Risiko eingehen und dann kann überhaupt nichts schiefgehen.

10. Wie wichtig sind Auslandserfahrungen für spätere Karrierewege?

Kommt auch wieder auf die Branche und auf die Jobbezeichnung an. Wenn du nur bei großen Konzernen mit internationaler Richtung arbeiten möchtest oder dich dort bewirbst, zählen internationale Praktika oder Erfahrung schon eine Menge. Erst recht, wenn du schon in dem entsprechenden Sprachbereich oder Kulturkreis, in welchem du eingesetzt werden sollst, Kenntnisse mitbringst. Vom Grundsatz her finde ich Auslandserfahrung sehr hilfreich, um andere Kulturen und Sprachen kennenzulernen und um sich selbst von seiner Persönlichkeit her weiterzuentwickeln. Wenn du die Möglichkeit hast, zwingend machen. Wenn nicht – davon geht die Welt auch nicht unter. Viele Unternehmen bieten auch Auslandsaufenthalte „on the Job“ an, dann kannst du die Möglichkeit eventuell noch wahrnehmen.

11. Nicht zu vergessen ist auch der persönliche Lebensplan, der den Karriereweg begleitet. Gerade wenn es um Familienplanung oder private Ziele geht, sind sich viele unsicher, wann der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist. Was raten Sie?

Familienplanung: Da empfehle ich wirklich jedem Bewerber das Selbstbewusstsein zu haben, offen und ehrlich mit dem Gegenüber zu sprechen, auch auf die Gefahr hin, eine Absage zu kassieren. Nur wenn du deine Planung und deinen eigenen Lebensplan darstellst, kannst du auch für dich selbst messen, ob dein zukünftiger Arbeitgeber bereit, auch deinen Lebensplan mit zu unterstützen. Ist er bereit, dich bei deiner persönlichen Planungen zu begleiten oder sogar aktiv dabei zu helfen, deinen Plan zu erreichen?

Daher würde ich da immer mit offenen Karten spielen und genauso nennen, wie es ist. Damit du wirklich auch für dich die Unternehmen bewusst selektieren und aussieben kannst. Wenn die den Weg nicht mitgehen wollen, dann kannst du drei Kreuze machen und sagen Gott sei Dank wurde ich dort nicht genommen, weil die wollen mich in meiner persönlichen Karriereplanung und persönlichen Planung nicht mit begleiten.

Vielen Dank, Herr Lapin, für Ihren Expertenrat! Vielleicht sind bei manchen von euch noch Fragen offengeblieben? Dafür dürft ihr euch auch jederzeit an unsere Coaches wenden. Schreibt uns eine Mail oder vereinbart ein Beratungsgespräch mit uns oder meldet euch jetzt kostenlos für das nächste Karriere-Seminar an (Mittwoch, 30.06 um 18:00)!

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Elisabeth Olden hat ihren Bachelor in Management Sozialer Innovationen an der Hochschule München gemacht und ist gelernte Mediatorin. Vor ihrem Studium war sie medizinische Fachangestellte und hat parallel Textererfahrung im Onlinebereich gesammelt. Seit 3 Jahren ist sie privat als Lektorin tätig und unterstützt Forschungsarbeiten mit Publikationen. Ihr nächster geplanter Schritt ist eine Tätigkeit als Coachin und Konfliktberaterin.

Das Trilemma: Wie man Füllwörter vermeidet und trotzdem genügend Wörter in der knappen Zeit schreibt

Wer kennt das nicht, man schreibt einen wissenschaftlichen Text, aber die Zeit wird immer knapper. Gleichzeitig weiß man, dass der Text nur so vor „Lückenfüllern“ strotzt, aber die Mindestanzahl von Wörtern nicht unterschritten werden darf. Dieses Trilemma tritt immer wieder beim Schreiben wissenschaftlicher Texte auf. Wer sich dessen bewusst ist, kann es durch gute Planung und bewusstes Schreiben vollständig auflösen. Die folgenden Tipps sollen euch dabei helfen auch in der Notsituation eine Lösung zu finden.

1. Füllwörter vermeiden

Natürlich möchte man in einer wissenschaftlichen Arbeit einerseits blumige und gut lesbare Sätze verfassen und gleichzeitig auch die gewünschte Länge der Arbeit abliefern. Dafür verwenden viele gern die geliebt-gehassten Füllwörter. Die kann man schon mal verwenden, aber eben nicht zu häufig. Das macht keinen guten Eindruck und liefert faktisch auch keine wissenschaftliche Information. Prüft einfach mal eure Sätze, ob ihr sie mit vielen Wörtern gespickt habt, die den Inhalt der Aussage nicht verändern, den Satz aber (unnötig) strecken. Ihr erkennt Füllwörter daran, dass sie keinen Nutzen haben. In nicht-wissenschaftlichen Texten sind sie oft von hohem Wert, da sie Emotionen und Eindrücke vermitteln und auch zur Unterhaltung beitragen. Doch in wissenschaftlichen Schriften haben sie nicht viel verloren. Gerade Prüfer*innen durchschauen diesen Trick schnell und lassen dies auch gern mal in die Beurteilung einfließen. Beliebte Füllwörter sind zum Beispiel „aber“, „allemal“, „allerdings“, „besonders“, „dann“, „doch“, „eben“, „halt“, „irgendwie“, „ja“, „nun“, „quasi“, „relativ“ und so weiter. Oft sind Füllwörter auch daran erkennbar, dass sie eigentlich die Umgangssprache bedienen oder die Wissenschaftlichkeit infrage stellen. Wenn ein Ergebnis nur „gewissermaßen“ oder „anscheinend“ eintritt, wirkt das eher unsicher. Ist es so – oder nicht? Das wollen Leser*innen der Studienarbeit wissen.

2. Trotzdem genügend Wörter liefern

Wir alle kennen das Problem: Die wissenschaftliche Arbeit ist zu kurz, es fehlen noch Wörter oder Sätze. Wie oben bereits beschrieben, behelfen sich viele mit Füllwörtern oder Wiederholungen. Das kann man schon machen, – wird aber nicht auf große Freude bei den Prüfer*innen stoßen. Aber dennoch gibt es Möglichkeiten eure Arbeit mit echtem Inhalt zu strecken. Sicherlich habt ihr Abbildungen in eurer Arbeit, die man beispielsweise umfangreich erklären kann und mit denen sich ein Bezug auf andere Abbildungen aufbauen lässt. Ansonsten könntet ihr auch selbst eine Tabelle mit Ergebnissen selbst erstellen, diese in die Arbeit integrieren und den Inhalt im Anschluss erklären. Außerdem könnt Ihr eine weitere Quelle einbeziehen. Zwar benötigt ihr dafür eine weitere kleine Literaturrecherche, doch mit einem zusätzlichen Beleg oder wissenschaftlichem Input werdet ihr bei euren Prüfer*innen wahrscheinlich eher punkten als verlieren. Ebenfalls ein Mittel zum Gewinn weiterer Wörter wäre, in die Arbeit ein Zwischenfazit oder einen Ausblick einzubauen. Für welche Lösung ihr euch auch entscheidet, versucht die Arbeit nicht nur mit Wörtern zu füllen, sondern auch mit Inhalt.

3. Mehr Zeit verschaffen

Wenn eure Welt plötzlich kopfsteht und ihr aus diversen Gründen nicht schafft, eure Abschluss- oder Studienarbeit pünktlich abzugeben, könnt ihr bei eurem Prüfungsamt einen Antrag auf eine Verlängerung der Bearbeitungszeit stellen. Natürlich bedarf es dafür wichtige Gründe, wie Krankheit, Pflege von Angehörigen, technische Schwierigkeiten, Probleme im Studienverlauf, Betreuerwechsel oder höhere Gewalt. Doch meist lässt sich entweder gut mit den Mitarbeiter*innen des Prüfungsamtes reden oder kreativ ein Grund finden, der schwerwiegend genug ist, um eine Zusage für eine Verlängerung zu bekommen. Es hilft sicher auch, vorher das Gespräch mit den zuständigen Prüfer*innen zu suchen.

Auch wichtig ist, – wie wir in unseren Beiträgen oft schon festgestellt haben – das Erstellen eines detaillierten Zeitplanes für die gesamte Bearbeitungszeit, in den ihr auch Zeiten für Pausen, Pannen und Prokrastination einplanen müsst. So sollte es eigentlich keine Engpässe im Verlauf geben.

Und wenn alle Stricke reißen, gibt es auch immer noch uns! Wir helfen nicht nur mit Formulierungen und Inhalten, sondern können euch auch im gesamten Verlauf der Studienarbeit coachen.

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Elisabeth Olden hat ihren Bachelor in Management Sozialer Innovationen an der Hochschule München gemacht und ist gelernte Mediatorin. Vor ihrem Studium war sie medizinische Fachangestellte und hat parallel Textererfahrung im Onlinebereich gesammelt. Seit 3 Jahren ist sie privat als Lektorin tätig und unterstützt Forschungsarbeiten mit Publikationen. Ihr nächster geplanter Schritt ist eine Tätigkeit als Coachin und Konfliktberaterin.

Studieren im Lockdown – Die 4 Top-Tipps

Es ist mal wieder so weit: Der Lockdown wurde verlängert und wie es aussieht, wird auch das kommende Semester online und auf Distanz stattfinden. Langsam geht uns allen die Luft aus und gerade im Studium oder während einer Abschlussarbeit wäre Normalität so wichtig, um am Ball zu bleiben. Wie geht ihr damit um? Was könnte helfen, um trotzdem motiviert und konzentriert zu bleiben? Wir haben hier ein paar Tipps für euch gesammelt:

1. Sorgt für einen reinen Tisch!

Tisch zum SchreibenKlar – gehört hat man das schon oft – aber ausprobiert vielleicht noch nicht. Aber: Ein aufgeräumter Arbeitsplatz sorgt auch für einen aufgeräumten Kopf. Vielleicht könnt ihr das Ritual des Aufräumens in euren Wochenplan regulär mit einbauen? Aufräumen kann übrigens auch dabei helfen, aus einer Schreibblockade herauszukommen. Einfach aufstehen, Fenster aufreißen und dann den Arbeitsplatz, die Küche oder das Wohnzimmer komplett aufräumen. Nehmt euch dafür eine bestimmte Zeitspanne – zum Beispiel eine Stunde – und stellt euch dafür den Wecker. So stellt ihr sicher, dass ihr möglichst effektiv dabei vorgeht und setzt euch einen Rahmen. Struktur ist alles.

 

2. Ohne Plan kein Plan

PlannerIm letzten Tipp haben wir von einem Wochenplan gesprochen. Vielen geht – gerade zu diesen planlosen Zeiten – die nötige Struktur verloren, die wir sonst durch Vorlesungen, Seminare oder Gruppenarbeiten erhalten würden. Setzt euch also zum Beispiel jeden Sonntag bewusst mit den anstehenden Aufgaben der nächsten Woche auseinander und schreibt euch eine Art Stundenplan für die kommenden Tage. Dabei ist es wichtig, dass ihr einerseits Abgabetermine und Zeitpläne für Abschlussarbeiten im Kopf behaltet und diese mitberücksichtigt. Aber auch alltägliche „Termine“, wie die Mittags- oder Abendpause oder Sport, Aufräumen oder einen Videocall mit den besten Freunden, dürfen hier auftauchen – sie müssen sogar!

3. Mach mal Pause

AusruhenVielleicht kommt es euch derzeit ohne Vorlesung und Termine manchmal so vor, als hättet ihr mehr Pause, als euch recht ist. Aber diese ist leider durch die Umstände negativ konnotiert. Daher ist es jetzt besonders wichtig, euch ganz bewusst positive Pausen zu nehmen – und zwar im Sinne der Selbstwertschätzung. Das bedeutet: Die Mittagspause findet nicht zwischen Tastatur und Schreibtischstuhl statt, sondern auf der Couch, am Esstisch oder in der Küche. Überlegt euch vielleicht eine Ernährungsweise, die ihr schon immer ausprobieren wolltet und nehmt euch einmal am Tag Zeit, diese durch Rezepte und kochen umzusetzen. Versucht eure Mahlzeiten ohne Ablenkung zu euch zu nehmen und bleibt dabei achtsam mit euch selbst. Auch kleine Pausen für sportliche Übungen oder einen kurzen Lauf im Park, sollten nicht fehlen. Aber wichtig ist eigentlich nur: Tut was euch guttut. Das kann auch Badewanne und Netflix sein, Yoga, Meditation, Lesen, Nägel lackieren oder was auch immer ihr gerne mögt.

4. Stay in touch

FacebookgruppenWas uns allen gerade am meisten fehlt, ist wohl der soziale Kontakt. Ja – das Studium habt ihr euch wahrscheinlich auch anders vorgestellt. Wann, wenn nicht jetzt, kontaktet und netzwerkt man, geht auf Partys oder ist eben einfach unter Menschen? Leider müssen wir alle die gleiche bittere Pille schlucken, aber versucht euch trotzdem immer wieder auf digitale Weise miteinander zu verbinden oder trefft euch auf Distanz zum Spazierengehen. Auch ein spontaner Anruf bei Freund*innen oder Kommiliton*innen kann schon für die nötige Aufmunterung sorgen und ersetzt zwar nicht unbedingt das, was uns gerade fehlt, ist aber dennoch wichtig. Ermutigt euch gegenseitig, tauscht euch aus und seid trotz der Distanz füreinander da. Gebt aufeinander acht, wenn ihr das Gefühl habt, jemandem geht es nicht gut. Nutzt dafür zum Beispiel auch unsere Facebook Gruppen zu verschiedenen Studiengängen und Themen.

Wir haben hier jetzt nur ein paar Tipps und Hilfestellungen für euch gesammelt, aber vielleicht ist ja was für euch dabei. Ach ja, und wenn ihr wütend seid und euch denkt „Ich will nicht mehr spazieren gehen und ich will auch nicht mehr telefonieren und ich will einfach mein Leben zurück!“, dann seid wütend. Auch das ist legitim und nachvollziehbar! Für Hilfestellungen bei euren Abschlussarbeiten, stehen wir euch natürlich auch weiterhin zur Verfügung – meldet euch gern.

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Elisabeth Olden hat ihren Bachelor in Management Sozialer Innovationen an der Hochschule München gemacht und ist gelernte Mediatorin. Vor ihrem Studium war sie medizinische Fachangestellte und hat parallel Textererfahrung im Onlinebereich gesammelt. Seit 3 Jahren ist sie privat als Lektorin tätig und unterstützt Forschungsarbeiten mit Publikationen. Ihr nächster geplanter Schritt ist eine Tätigkeit als Coachin und Konfliktberaterin.